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Es ist ruhig geworden um die Krisenmeldungen. Es gibt sie zwar noch, die Nachrichten schaffen es jedoch nicht mehr auf die Titelseiten. Derzeit interessieren die Bürger die Steuerverfehlungen von Uli Hoeneß und das mögliche deutsche Champions-League-Finale. Für die Krise und den Umgang mit ihr ist derzeit scheinbar kein Platz. Diese Ruhe hatten wir in der Vergangenheit des Öfteren. Immer wieder kam die Krise jedoch zurück, und jedes Mal wurden die Probleme größer.

Können Sie sich noch daran erinnern, als die Bankguthaben in Zypern zum ersten Mal angetastet wurden? Der Aufschrei in ganz Europa war groß. Wie die Hühner irrten die Berichterstatter und die Leser umher und waren in Panik. Schnell musste etwas unternommen werden, vor allem mussten die Bankeinlagen in Sicherheit gebracht werden. Nichts konnte schnell genug gehen. Das ist schon wieder Monate her. Passiert ist danach nichts, was einem Bankenrun gleichkommen würde. Es wurde nicht gehandelt. Vergessen wurde die Notsituation.

Hat der Mensch ein kurzes Gedächtnis oder lässt er sich von den Medien und der Politik leiten? Diese Frage ist insofern wichtig, da es schwer zu verstehen ist, wieso der Bürger sich so wenig für das Krisengeschehen interessiert. Ist er zu sehr in seinem Hamsterrad gefangen? Ist er zu beschäftigt mit Arbeit, Fernsehen und Schlaf, dass ihm die Zeit fehlt, sich über wirklich wichtige Dinge zu informieren? Denn das führt in der Konsequenz dazu, dass der Bürger keine Vorsorge treffen kann.

Nur weil die Krisennachrichten weniger geworden sind, ist die Krise nicht vorbei. Manch einer erinnert sich an die vielen erfolgreichen Rettungen einzelner Staaten, die die Euroretter kommuniziert haben. Keiner ist wirklich gerettet worden, wie man im Nachhinein festgestellt hat. Manche erinnern sich an die angeblich tolle Wirtschaftsentwicklung in Europa, die man Ende 2012 propagiert und für 2013 erwartet hatte. Alles ist nicht wahr gewesen. Es sollte nur Optimismus verbreitet werden. Wer sich also mit der wirtlichen Lage hinter dem Vorhang beschäftigt, wird schnell feststellen, dass es unmöglich still um die Eurokrise sein darf.

Im Moment will niemand schlechte Nachrichten lesen. Manch einer ist auch müde. Es ist jedoch so, dass eine Krankheit kuriert werden muss, damit sie weggehen und nicht wiederkommen kann. In der Eurokrise gesundet jedoch nichts, es wird nur schlimmer. Die Krankheiten werden ignoriert, so dass die Schmerzen in immer größeren Dosen betäubt werden müssen. Solange es keine Lösung für die Krise gibt, kommt sie am Ende immer wieder zurück.

Die derzeitige Stille ist gleichzusetzen mit Kapiteln in einem Buch. Die verschiedenen Krisen erscheinen in verschiedenen Kapiteln und immer schön nacheinander. Nie zur  gleichen Zeit, wie in dem Artikel „Eurokrise: Wer schreibt das Drehbuch?“ berichtet wurde. Zeiten zwischen einzelnen Kapiteln sind die Phasen der Stille, in der eben kaum über die Krisenthemen berichtet wird. 

Das nächste Kapitel bahnt sich schon an. Italien braucht wohl dringend Geld. Themen gibt es genug, die die Stille verdrängen werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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