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Deutschland steht für Recht und Ordnung, das schätzen die ausländischen Nachbarn an diesem Land. Die Arbeit ist meist hochwertig und die Produkte "Made in Germany" besonders begehrt. Die Menschen sind fleißig und vor allem halten sie sich an ihre Regeln. Nur die anderen sind es, die Steuern hinterziehen, die anderen sind es, die Schwarzarbeit durchgehen lassen. Es sind immer die anderen, die Schmiergelder zahlen, um Vorteile daraus zu ziehen. Sowas, so denkt man, kann im ordentlichen Deutschland nicht passieren. Von wegen.

Die Grundidee zu diesem Artikel kam, als in dieser Woche die CSU mit ihrer Gehaltsaffäre aufgeflogen ist. Sie hat mit Steuergeldern Familienmitglieder bezahlt, die für die politischen Amtsträger angeblich gearbeitet haben sollen. Wie und in welchem Umfang, darüber wird geschwiegen. Klar ist nur, dass es einen bitteren Beigeschmack hat, wenn der Amtsträger der Ehefrau oder dem Verlobten die Gehälter durch Steuermittel bezahlt.

Die Überraschung war daher groß. Politiker, die ihre Familienmitglieder bezahlen, das ist fremd für ein Land wie Deutschland. Sowas kennt man nur in diktatorischen oder ungeordneten Ländern. Der Machthaber, der Positionen vergeben darf, sucht sich seine Familienmitglieder aus, um auch ihnen ein gutes Leben aus seiner vorteilhaften Ausgangslage zu ermöglichen. Wie gesagt, das kannte man nur aus fernen Ländern.

In Wirklichkeit geht es in Deutschland genauso unschön zu wie überall sonst auch. Wenn über die Griechen geschimpft wird, sie würden mit viel Geld unter der Hand Geschäfte machen, "Fakelaki" heißt das Schmiermittel, dann ist das in Deutschland nicht anders. In Deutschland lässt man sich eben weniger erwischen, man stellt es cleverer an, jedoch ist die Tatsache, dass Geschäfte geschmiert werden, nicht nur ein Ereignis, das in südlichen Ländern vorkommt.

Wenn es über Kleinbeträge hinausgeht, dann kommen in Deutschland großen Koffer mit Geldscheinen zum Einsatz. Die sind dann in schwarz und beinhalten besonders viel Schmiermittel. Die Politik und die Industrie sind wahre Meister in Geschäften mit den schwarzen Kassen. Die Gelder werden genutzt um Aufträge zu ergattern, bzw. Entscheidungen in die gewünschte Richtung zu lenken. Wenn man in Deutschland ganz unverblümt schmieren will, dann zahlt man das Geld an Lobbygruppen. Es gibt jedenfalls quer durch das Land diese Gelder, die für „Inoffizielles“ verwendet werden. Auch hier gilt, die Deutschen sind ganz und gar nicht makellos, wie sie sich im Ausland oft geben.

Nur leider scheint die „Heile-Welt-Fassade“ zu bröckeln. In immer kürzeren Abständen finden sich Machenschaften, bei denen es auch in Deutschland nicht "sauber" zugeht. Ob das Steuern sind, die man dem Finanzamt vorenthalten hat, oder Handwerker und Reinigungskräfte, die man ohne Rechnung beschäftigt hat. Das, was man nur von anderen kennt, und vor allem bisher mit dem Finger auf die anderen gezeigt hat, das machen die Deutschen genauso.

Das ist eine Genugtuung für all diejenigen, die das vordergründige "Saubermannimage" nicht vertragen haben, weil es einfach nicht wahr ist. In Deutschland haben genauso viele Dreck am Stecken wie in anderen Nationen auch. Dieser Dreck kommt so langsam immer deutlicher zur Vorschein. Egal, wie sehr man es zu verbergen versucht. Das ist gut so.

Die CSU muss die Aussage "Liebe deinen Nächsten" etwas falsch verstanden haben, von "bezahle deinen Nächsten" stand da nämlich gar nichts.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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