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Manchmal passieren Dinge an der Börse, die nimmt der Anleger zur Kenntnis, beachtet sie jedoch nicht. Es handelt sich dabei um Gewinnwarnungen. Diese erscheinen kurz in den Medien, für einen Tag setzen sie auch den Aktienkurs unter Druck, doch schnell sind die dunklen Wolken verflogen und die Anleger hoffen auf steigende Aktienkurse. Gewinnwarnungen müssen jedoch ernst genommen werden, sonst endet der Ausflug an der Börse schmerzhaft.

Aufmerksamkeit erreicht hat diese Woche die Gewinnwarnung von Daimler. Im ersten Quartal dieses Jahres ist der Gewinn des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahresquartal stark zurückgegangen. Es sind saftige 60%. Im Unternehmen zeigt man sich überrascht von der Entwicklung und sieht die Ursache in der Krise in Europa sowie der generellen Absatzkrise in der Automobilbranche. Da haben die Planer, also diejenigen, die die Schätzungen abgegeben haben, geschlafen. Die Absatzkrise sollte niemanden überraschen.

Es geht in diesem Artikel jedoch darum, was der Anleger mit dieser Nachricht anfängt. In der Anfangsphase ist der Aktienkurs oftmals nach einer Gewinnwarnung nicht beschädigt, sondern erhält einen Knick, weil die Anleger überrascht wurden. Das ist meist ein kurzer Einbruch und die Anleger fangen sich schnell wieder. Zu viele wollen sich in den Wert einkaufen, denn sie hoffen auf bessere Zeiten. Folgende Überlegungen begleiten den Anleger: Es wird angenommen, dass es sich um einen einmaligen Ausrutscher handelt, manche glauben, dass die schlechten Nachrichten nun endlich raus sind. Und manche hoffen, dass es von nun an aufwärts gehen mag. An der Börse blicke man ja nach vorne, so die Denke weiterer Investoren.

Genau hier begeht der Aktienanleger einen schwerwiegenden Fehler in seiner Denke, denn das Unternehmen ist gerade auf dem Weg in die entgegengesetzte Richtung. Es geht nicht aufwärts, wie der Aktionär hofft, sondern abwärts. Jetzt gibt es die erste Gewinnwarnung, bald noch eine. Das Geschäft hat begonnen zu schrumpfen und das braucht seine Zeit. Es wird auf die Bremse getreten, Autos werden weniger verkauft, es wird weiter reduziert im Unternehmen. In diesem Umfeld kann ein Aktienkurs nicht steigen, ganz im Gegenteil, er wird fallen. Das muss der Anleger nur erkennen (wollen), denn am Anfang ist dieser Prozess des Erkennens schleichend.

Einige Leser haben de Flut der Gewinnwarnungen am Ende der Phase des Neuen Marktes miterlebt. Jede Woche gab es Gewinnwarnungen und immer tiefer fielen die Kurse. Am Anfang jedoch wollten die Anleger die dunklen Wolken nicht wahr haben. So ist es jetzt auch. Im Moment melden die Unternehmen ihre Quartalsergebnisse. Manche erreichen ihre Ziele und manche verfehlen die eigenen Ziele. Das geht in der Flut der Nachrichten (noch) unter. Deshalb ist diese Phase brisant und wichtig. Der Anleger muss die Augen aufhalten und zwischen den Zeilen lesen.

Nicht nur Daimler, auch andere Unternehmen haben zugeben müssen, dass ihre Gewinnziele nicht zu erreichen sind. Weitere werden folgen, denn die Konjunktur kühlt ab. Es heißt also: Rechtzeitig aussteigen. Der Anleger kann die Entwicklung im Unternehmen im Detail nicht verfolgen, daher muss er sich einen Aktienkurs festlegen, wo er seine Position automatisch verkauft (Stopp-Loss).

Für Hoffnung ist an der Börse kein Platz, für vorausschauendes Handeln schon.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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