Indikatoren-Trading

Welch eine Überraschung für die Commerzbank-Aktionäre am gestrigen Tag: Die ewig kränkelnde Aktie notiert bei 10 Euro. Diese günstige Gelegenheit wollten sich die gepeinigten Anleger nicht entgehen lassen. Ohne Zögern wurde sofort die Ordermaske ausgefüllt und die Papiere abgestoßen. Dabei wurde glatt übersehen, dass gar nicht mehr so viele Aktien im Deport vorhanden waren. Über Nacht wurden die Aktien nämlich zusammengefasst, um ja dem Pennystockstatus zu entgehen. Trotzdem geht der Kursverfall weiter.

Was hat es mit der wundersamen Kursveränderung auf sich? Bei der Commerzbank wurde eine Kapitalmaßnahme durchgeführt. 10 Aktien wurden zu einer Aktie zusammengefasst. Der Fachausdruck dafür ist ein Reverse Split. Damit ist der Kurs optisch um den Faktor 10 gestiegen (geschönt). Das Elend ist jedoch gleich geblieben, die Aktie ist wieder einmal Schlusslicht im DAX und das bei einem positiven Marktumfeld.

Vor lauter Überraschung über den tollen Preis haben einige Aktionäre schnell ihren Bankberater angerufen und alles verkauft, was sie haben. Scheinbar,  noch bevor ihnen klarwurde, was geschehen war. So nahm der Verkaufsdruck den ganzen Tag lang kein Ende. Die Denke, die alle Anleger überkam: Bei dem Kurs muss man sich schnell trennen, bevor auch dieser fällt.

Andere Marktteilnehmer munkeln bereits, dass die Commerzbank mit dieser Maßnahme erneut an Fallhöhe gewonnen hat. Damit ist der Weg wieder frei, in Richtung 1-Euro zu fallen. Ganz so abwegig ist dieser Gedanke nicht. Auch bei anderen "Schönheitsmaßnahmen" von Aktienkursen kam es in der Vergangenheit zu andauernden Verkäufen, die den Kurs drückten. Die optische Kosmetik ist daher nur als das zu betrachten, was sie ist: eine Augenwischerei.

Durch diesen plastischen Eingriff konnte sich der Aktienkurs gerade noch vor einem Pennystockstatus retten. Das wäre wirklich nicht schön gewesen für einen DAX-Wert. Der wirkliche Grund ist jedoch ein anderer: Die Commerzbank braucht wieder einmal Geld. Das will sie sich durch die Ausgabe von neuen Aktien von den Aktionären holen. Damit diese die neuen Aktien auch erwerben, muss man denen einen "Discount", einen „Nachlass“ bieten. Logisch, sonst könnte jeder die Aktie auch am Markt kaufen.

Zum Beispiel: Der Commerzbank-Kurs notiert nach alter Rechnung bei 1,06 Euro. Nun möchte die Unternehmensleitung die neuen Aktien mit 10% Nachlass anpreisen, dann müsste sie die neuen Aktien für 0,95 Euro herausgeben. Das ist jedoch nicht erlaubt. Sie dürfen nicht unter dem Nennwert von 1 Euro notieren. Also half man sich mit dieser Schönheitsmaßnahme. Jetzt kann wieder ein Nachlass gewährt werden, ohne diese besagte Regel zu verletzen.

Die Aktionäre haben wieder einmal genug von der Commerzbankaktie. Sie haben verstanden, dass mit diesem Investment kein Blumentopf zu gewinnen ist. Es gibt einen Grund, warum der Aktienkurs nicht auf die Beine kommt. Egal, was für ein Preis für die Aktien ausgewiesen wird, die Aktionäre sind entschlossen zu verkaufen.

Mal sehen, wie lange es bis zur nächsten Halbierung des Kurses dauert, denn diese kommt bestimmt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Share This