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Der DAX hat die letzten Tage wenig Aufmerksamkeit erhalten. Zunächst wurde viel über den Absturz des Goldpreises berichtet, dann über den Bombenanschlag in Boston. Mit der Vorstellung von heute Morgen wird der Aktienmarkt nun wieder in den Vordergrund gerückt. Innerhalb von einer Stunde stürzte der Index um 200 Punkte abwärts. Das ist schwerer Tobak für alle, die investiert sind. Wenn Anleger aus dem Markt flüchten wollen, dann kann das ganz schnell gehen.

Der DAX hat so schnell verloren, dass manche gar nicht so schnell die Zahlen verfolgen konnten. Das war beim Börsenabsturz Ende der 20er Jahre auch so. Da gab es weniger Technik und dennoch hatte man damals wie heute Schwierigkeiten, den Orderansturm zu bewältigen. Heute gibt es die Computer, jedoch ist die Anzahl der Aufträge enorm.

Den Strich im DAX-Chart muss man sich genau ansehen, denn er passiert nicht oft und schon gar nicht für 200 Punkte am Stück.

 

daxchart-17042013

Quelle: Deutsche Börse

 

Die Interpretation ist nicht kompliziert. Viele Anleger wollten sich zur selben Zeit von ihren Aktien trennen. Wenn Verkäufe so deutlich überhandnehmen, dann brechen die Kurse eben ein. Goldinvestoren können davon ein Lied singen.

Noch ist der Rücklauf im großen Bild betrachtet nicht dramatisch. Ob nun 8000 Punkte oder 7500 Punkte. Viel wichtiger ist das "wie". In den letzten Wochen häufen sich große schwarze Kerzen im Chartbild, die Verlusttage anzeigen. Der Aufwärtstrend im Index wurde bereits aufgegeben, auch wenn der DAX einen Versuch unternommen hatte, sich wieder in diesen hineinzumogeln. Das war jedoch nur ein Täuschungsmanöver.

So sind nun die weiteren Verluste als "normal" einzustufen. Dennoch, die Geschwindigkeit, mit der Wertpapiere verkauft werden können, ist besorgniserregend. Man brauche sich nur mal vorstellen, wie sich der Aktienmarkt darstellen würde, wenn er ebenfalls wie der Goldpreis an einem Tag 8% verlöre. Das wäre das reinste Blutbad.

Unmöglich ist an der Börse bekanntlich nichts. Auch nicht, dass der DAX vielleicht die 8000er-Marke aufgegeben haben könnte. Das wäre nicht neu, die Überwindung hatte er bei zwei Versuchen zuvor ebenfalls nicht geschafft. Vielleicht lassen sich die Aktionäre nun nicht mehr von einem Konjunkturoptimismus leiten, der sich einfach nicht in neuen Aufträgen für die Unternehmen widerspiegeln will. Dämmert es den Aktionären etwa, dass die Lage an den Börsen brenzlig sein könnte?

Vielleicht hat sich das Volk der Aktionäre bereits auf den Weg gemacht, die Börse zu verlassen. Erst langsam verkaufen die Teilnehmer ihre Anteile, man will ja nicht gleich übertreiben. Immer mehr Anleger erkennen, dass der Markt unter Verkaufsdruck steht, und sind geneigt, mitzuverkaufen. Getreu dem Motto "when panic, panic first". Manch einer ist gar gezwungen zu verkaufen, da er auf Kredit gekauft hat.

Je mehr Investoren sich vom Aktienmarkt verabschieden, umso deutlicher der Strich im Intradayhandel, umso regelmäßiger das Erscheinen von dunklen Kerzen im Chart, welche Kursverluste zeigen.

Ehe sich der Anleger versieht, ist der Aktienmarkt gehörig gefallen und das, ohne dass der Anleger das für möglich gehalten hatte.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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