Indikatoren-Trading

Bewegungslos verfolgt der Goldanleger das Gemetzel an den Rohstoffmärkten. Das, was bisher als unumstößlicher Fels angesehen wurde, ist mit einem Male dahingerafft, zumindest schwer angeschlagen. Jetzt stellt sich schnell die Frage, wer den Goldpreis auf dem Gewissen hat. Jemand muss das glänzende Edelmetall von der Klippe gestoßen haben. Wer profitiert von einem in sich zusammenfallenden Goldpreis?

Fangen wir so an, wie das bei der Detektivserie Columbo üblich ist. Der Täter kommt zuerst: Das Großkapital hat den Goldpreis auf dem Gewissen. Damit sind vornehmlich Banken und Hedgefonds gemeint, die viel Geld ihrer Kunden verwalten und gleichzeitig im Eigenhandel ihr Geld gewinnbringend vermehren wollen. Es geht natürlich um Geld und um Rendite.

Was passiert, wenn Sie auf den Ausgang einer Wette Einfluss ausüben können, damit diese zu Ihren Gunsten ausgeht? Sie werden sich diese Möglichkeit zunutze machen. Was macht das Großkapital, wenn es auf eine durch eine monatelange Seitwärtsphase zermürbte Anlegerschar trifft, die nervös ist und Angst vor einem Kursverfall hat? Es macht sich diesen Umstand zunutze.

In den Medien wurde schon seit einigen Monaten eine pessimistische Grundhaltung zum Investment in Edelmetalle dargelegt. Die wesentliche Aussagen: Bei Gold solle es sich um eine Blase handeln, niemand soll mehr Gold kaufen, es werfe ja auch keine Zinsen ab und eine Dividende gäbe es ja auch nicht. In der Vergangenheit konnten die Edelmetallanleger leicht kontern und mit Preisanstiegen gegenhalten. Das war diesmal nicht der Fall. Die Sorge, dass das dunkle Szenario der Medien Wirklichkeit werden könnte, kursierte in den Köpfen der Edelmetallbesitzer.

Zurück zum Großkapital. Es erkennt hier eine sehr große Chance, wirklich viel Geld in kurzer Zeit zu verdienen. Nämlich, indem es den Goldpreis aus dieser Seitwärtszone nach unten durchbrechen lässt. Die Folge wären das Auslösen von Stopp-Loss-Aufträgen und panikartige Verkäufe von besorgten Anlegern. Das konnte jeder schlussfolgern, der den Goldpreischart verfolgt hat. Das Großkapital auch.

Was also tun, wenn das Großkapital den Goldpreis über die Klinge springen lassen will? Man muss nur dafür sorgen, dass sich die nervöse Stimmung in Verkäufen äußert und damit der Goldpreis ins Rutschen gerät. So wundert es nicht, dass Goldman Sachs letzte Woche (genau in der Nähe der unteren Begrenzung im Chart) zum Verkauf von Gold aufgerufen hat. Das haben dann viele Anleger (auf die Worte solch eines Hauses hören viele Anleger) zum Grund genommen zu verkaufen. Man muss eben nur den ersten Stein ins Rollen bringen, um eine Lawine auszulösen.

Hinzu kommen Verkäufe über den Future Markt, die besonders Druck auf den Goldpreis ausübten. Im Futurehandel werden zwar Preise ausgehandelt, jedoch wechseln zum Zeitpunkt des Geschäfts keine echten Werte die Handelspartner. Das erleichtert natürlich das Herunterprügeln des Goldpreises. Diese Art von Geschäften soll nach einer Analyse der Commerzbank in den letzten Tagen besonders stark zugenommen haben. Goldman und Co wollen fallende Kurse, welche sie selbst herbeiführen können, indem sie (Papier-) Verkäufe in Auftrag geben. Gleichzeitig wird Panik bei den echten Anlegern erzeugt, die daraufhin wirklich hingehen und ihren Besitz verkaufen. Der Preis für Gold fällt immer stärker, was wiederum zu Anschlussverkäufen führt. Bei jedem Dollar, den der Goldpreis verliert, steigt der Wert der Spekulation des Großkapitals. Im Grunde handelt es sich um eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Es kommt nicht von ungefähr, dass genau jetzt viele große Banken negativ auf Edelmetalle zu sprechen sind. Sie vermelden, dass genau jetzt die Goldblase platzen soll, dass genau jetzt die Goldhausse zu Ende sein soll. Sie vergessen nicht, daran zu erinnern, dass man sich jetzt von Gold und Silber trennen soll. Sie wissen auch, warum. Jeder weitere Dollar, den Edelmetalle durch weitere Verkäufe im Preis sinken, steigert den Profit der aktuellen Short Spekulation.

Wer die Möglichkeit hat, dem Markt eine Richtung vorzugeben, der wird diese Möglichkeit zu seinen Gunsten nutzen. Das hat das Großkapital am Beispiel des Goldpreises besonders blutig unter Beweis gestellt. Vor allem genießt Gold eine Sicherheitsfunktion bei den kleineren Anlegern. Denen hat es das Großkapital diesesmal so richtig gegeben.

Verlierer sind wieder einmal die normalen Anleger, die Privaten, die Kleinanleger, die den Machenschaften der Großen nicht viel entgegensetzen können, weil sie nicht über die Kapitalmenge verfügen und auch kein Gehör im Markt finden, damit sie eine Bewegung lancieren können. Diesen Vorteil hat nur das Großkapital, den es immer wieder zu seinem Vorteil einsetzt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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