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Jetzt sind die kritischen Tage in Zypern aus den Titelblättern der Medien verschwunden. Es wird wieder still um die Krise. Eine solche Ruhe gab es auch bereits vor den Ereignissen in dem Mittelmeerland. Offenbar erscheinen Krisen ausschließlich nacheinander, so dass sich Beobachter und Euroretter um den einen aktuellen Krisenherd kümmern können. Auffällig ist, dass es bisher immer nur ein Land zur gleichen Zeit seine Probleme offenbart, dann herrscht wieder Ruhe. Ist das Absicht?

Würde man den Verlauf der Eurokrise in Kapiteln verfassen, dann würde man erkennen, dass die Krisen immer nacheinander auftreten. Vor der Zypernkrise war es still in der Krisenbetrachtung. Medien vermieden, das Thema Eurokrise in den Vordergrund zu rücken und die Menschen waren anderweitig beschäftigt. Plötzlich und über Nacht war die Krise dann wieder da, diesmal eben mit Zypern als Hauptdarsteller.

Das vorherige Kapitel spielte in Italien. Es ging dabei um die Wahlen und ihren möglichen Ausgang. Während dieser Zeit war ebenfalls auffällig, dass es keine andere Krisenmeldung in den Fokus der Menschen geschafft hat. Wenn eine Krise, dann nur eine zur gleichen Zeit. So hätte man die Geschehnisse interpretieren können.

Daraus folgt die Frage: Ist diese Form der Krisenbekämpfung so gewollt? Hat Brüssel die Möglichkeit, die Krisen zu bestimmten Zeiten auftreten zu lassen? Diese Vermutung liegt nahe. Im Falle von Zypern wurde bereits im Sommer 2012 ein Hilfsantrag gestellt. Damals hat diese Forderung des Inselstaates wohl nicht in das Drehbuch der Euroretter gepasst. Daher wurden sie auf einen späteren Zeitpunkt, nämlich Anfang 2013, verlegt.

Es ist schon suspekt, dass immer nur ein Krisenherd zur gleichen Zeit aufflackert, denn fast alle europäischen Staaten sind im Krisenmodus. Südeuropa bereits schon länger. Jetzt trifft es auch Mitteleuropa, wie Frankreich oder die Niederlande, und sogar Deutschland hat bereits auf Krisenmodus geschwenkt. Die Zukunftsaussichten für die Wirtschaft sehen nicht mehr gut aus. Dennoch schafft es Deutschland, diese Signale zu kaschieren. Trotzdem ist die Krise in Europa allgegenwertig.

Wenn also überall Krisen anzutreffen sind, dann müssten diese auch gleichzeitig eskalieren und in den Blickpunkt der Bürger rücken. Tun sie aber nicht. Es scheint eine kontrollierende Instanz zu geben, die jedem Land eine gewisse Zeit des Auftritts gewährt. Es kann dann seine Sorgen darstellen und die Euroretter können ihre Heldentat vollbringen. Danach schließt sich das Kapitel wieder und es kehrt Ruhe ein.

Bis zum nächsten Kapitel.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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