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Niemand weiß, ob sich der Euro-Gruppen-Chef Dijsselbloem absichtlich versprochen hat oder nicht. Jedenfalls hat er gestern klargestellt, dass sich das, was in Zypern geschehen ist, in jedem anderen Land wiederholen kann. Daher sollen es sich betroffene Staaten überlegen, bevor sie nach Hilfe rufen, denn die Konsequenzen seien ja jetzt klar. Das heißt, die Sparer müssen sich um ihr Geld sorgen. Diese Aussage unterstreicht erneut, dass Bankeinlagen nicht sicher sind.

Da hat der Nachfolger von Jean-Claude Juncker ganz schön Wind aufgewirbelt. Vielleicht wollte er es auch so. Jeder neue Angestellte muss zeigen, was er drauf hat. Er muss sich profilieren, heißt es in der Personalpolitik. Was liegt da also näher, als die Menschen und die Märkte kurzzeitig in Sorge zu versetzen? Sowas verschafft garantiert Aufmerksamkeit. Die Börsen regierten am schnellsten, so dass die Aktienkurse deutlich abgaben. Zu deutlich, muss man sagen, denn der Holländer an der Spitze der Eurogruppe machte daraufhin einen Rückzieher und ließ erklären, dass alles nicht so gemeint war. Glaubt ihm zwar keiner, aber der Form halber hat er es gemacht.

Er ging zurück in Reih und Glied und erklärte, dass Zypern nur ein Einzelfall ist. Das machen die anderen Euroretter schon die ganze Zeit. Sie erklären, dass das, was in Zypern passiert ist, niemals woanders passieren könnte. Sie wollen beruhigen.

Jedoch wollte der neue Mann an Board (Dijsselbloem) mal so richtig auffallen, das hat er gestern auch geschafft. Es ist nicht von der Hand zu weisen, welche Strategie die EU von jetzt an verfolgt. Bisher hatte sie keine, könnten einige Leser berechtigterweise einwerfen.

Sie hat eine neue Quelle des Geldes (die Bankeinlagen) entdeckt und die will sie sich zunutze machen. Sie weiß, dass die Staaten keine andere Wahl haben, als irgendwann die EU um Hilfe zu bitten. Sie sind bis über beide Ohren verschuldet und müssen über kurz oder lang an die Türen der Euroretter klopfen, dann wird die Blaupause aus Zypern aus der Schublade geholt.

Jetzt wird heiß diskutiert, ob Zypern ein Testlauf für weitere Enteignungen ist. Und ob sich Herr Dijsselbloem verplaudert hat oder ob er absichtlich das ausgesprochen hat, was er kommuniziert hat. Egal, was die Antwort sein mag, die Schlussfolgerung ist eindeutig. Bankeinlagen sind zur Beute geworden. Kein Bürger kann sicher sein, dass er morgen noch die Verfügungsgewalt über sein Geld hat. Kein Bürger kann sicher sein, dass die Höhe seiner Einlagen morgen noch gleich ist.

Es ist nicht mehr die Frage, ob die EU das Geld der Bürger wegnimmt, sondern nur wann. Man muss es nur glauben wollen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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