Indikatoren-Trading

Auffallend in der Diskussion um die Rettung von Zypern ist, dass es fast ausschließlich um den Umgang mit den "Bürgern", den einfachen Leuten geht. Es wird immer versucht, diese zu schröpfen. Wenn das nicht möglich ist, dann wenigstens einzuschränken, denn scheinbar ist der Wille der Starken den einfachen Leuten leichter aufzudrücken, als denen, die wirklich Geld haben. Es zeigt sich zum wiederholten Male, dass die Krise auf dem Rücken der Bürger ausgetragen wird.

Gestern Abend machte die Entscheidung die Runde, dass Bargeldabhebungen in Zypern auf nunmehr 100 Euro pro Konto und pro Tag eingeschränkt werden. Das ist bitter für all diejenigen, die jetzt schon seit einer Woche die Verfügungsgewalt über ihr Erspartes verloren haben. Soweit sollte es in Europa nicht kommen und doch ist es die Realität. Was man jedoch kaum hört, ist, inwieweit die Gläubiger bei der Rettung der Banken helfen müssen. Darüber wird gar nicht gesprochen und auch nicht berichtet.

Eine Bank, sofern sie nicht staatlich ist, gehört ja irgendjemandem. Wenn also die Schieflage eines Finanzinstitutes offensichtlich ist, dann muss zur Rettung entweder der Eigentümer der Bank Opfer bringen oder die Gläubiger der Bank, die in Anleihen des Unternehmens investiert haben, müssen Verluste hinnehmen. Oder die Aktionäre müssen ihren Anteil zur Rettung beitragen. Über all diejenigen, die wirklich Geld haben, hört und liest man in der Diskussion um die Zypernrettung nichts.

Warum bedrängt man nicht diejenigen, die das Risiko kannten und trotzdem investiert haben? Die Gläubiger wussten, was sie taten und nun müssen sie ihre Verluste tragen. Das Geld müsste weg sein. Ist es bisher aber nicht. Die Gläubiger sind in der ganzen Diskussion um die Rettung der Banken vollkommen außen vor. Das sieht nach Absicht aus, anders lässt es sich nicht erklären.

Warum macht die EZB keinen Druck auf diese Investoren? Man muss EZB sagen, da die Regierung in Zypern nur auf Druck und Geheiß der EZB und auch Brüssel handelt. Der Druck müsste auf diejenigen gemacht werden, die das Risiko kannten und dafür Zinsen erhalten. Leider findet nichts von dem bisher statt.

Das Geld bei den Gläubigern einzutreiben, wäre der richtige Weg, stattdessen versucht man fehlende Gelder beim Bürger einzusammeln. Zum Glück hat sich Zypern erst erfolgreich gegen solch einen Vorschlag wehren können, so dass nun Konten mit mehr als 100.000 Euro zur Zwangsabgabe herangezogen werden. Aber auch das ist ja das Geld der Bürger, nicht das der Gläubiger einer Bank.

Einen Sinn würde diese Vorgehensweise machen, wenn die EZB über Umwege selbst Gläubiger der Banken wäre, weil sie sich vielleicht Anleihen als Sicherheit hat geben lassen. In diesem Fall würde sich die EZB ins eigene Fleisch schneiden. Daher spricht sie nicht über eine Beteiligung der Gläubiger und die großen Medien auch nicht.

Es ist schade, dass der kleine Mann nun mit 100 Euro am Tag nach Hause geschickt wird und diese Einschränkung als normales Übel hinnehmen muss. Jeder normale Bürger hat mit den Schieflagen der Banken nämlich gar nichts zu tun. Mit den kleinen Leuten kann man es ja machen. Überall auf der Welt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Share This