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Die EZB hat ihre Forderung durchgesetzt, es wird Kapitalverkehrskontrollen in Zypern geben. Im Detail heißt das, dass die Bankkunden nicht mehr Herr ihres Guthabens sind. Sie werden eingeschränkt, eben kontrolliert. Nichts passiert mehr, ohne dass jeder Schritt "genehmigt" sein muss. Nun konzentrieren sich die Medien auf Zypern und vergessen dabei, dass Kapitalverkehrskontrollen auch in anderen Ländern eingeführt werden können.

Derzeit ist man als Betrachter blind für die anderen Krisenherde in Europa. Alles konzentriert sich auf Zypern und die Entwicklung dort. Auf dem Inselstaat will man einen Bankenrun verhindern und greift zu dieser Art von drastischem Mittel. Die Mehrheit der europäischen Bürger hätte nicht erwartet, dass in der EU die Rechte der Bürger in diesem Maß beeinträchtigt werden.

Bei dem Krümmungsgrad der Gurke oder dem Verbot der herkömmlichen Glühbirne hat man noch von Bürokratie gesprochen und sah die Entwicklung als nicht so schlimm an. Jetzt, nachdem die EU sich am Sparvermögen der Bürger vergreift, ist Schluss mit lustig, denn beim Ersparten hört der Spaß auf. Die Zyprioten stehen vor vollendeten Tatsachen, sie können nicht mehr an ihr Vermögen heran. Das gilt jedoch nicht für die Menschen in anderen Ländern.

Wie werden sich die Sparer anderer Nationen verhalten, wenn die EU zu solch schlimmen Maßnahmen greift? Werden sie warten und sich auch ihren Zugriff auf ihr eigenes Geld wegnehmen lassen, oder werden sie vorausschauend handeln? Das ist sehr wichtig. Hoffentlich handeln die Menschen, solange sie noch handlungsfähig sind.

Während also die Medien noch auf Zypern blicken, ist die Gefahr für einen Bankenrun vor allem in Südeuropa zu suchen. Die Menschen könnten nach diesem Beschluss ebenfalls die Banken stürmen. Zu verdenken wäre es ihnen nicht. Die Maske der EZB/der EU ist gefallen. Das sollte nicht überraschen, doch es ist dennoch erschreckend, wenn Menschen mit der Realität konfrontiert werden.

Kapitalverkehrskontrollen, so wie jetzt in Zypern beschlossen, kann (und wird es) überall in Europa geben. Die EU versucht zu verhindern, was sich nicht verhindern lässt. Nämlich, das Ende einer Währung zu vermeiden. Das ist jedoch nicht möglich, man kann nur ihre Lebensdauer verlängern, aber das Ende nicht aufhalten.

Dazu hatten wir schon Ende 2011 einen Artikel verfasst (Euro Ende: Das letzte Kapitel beginnt) und zu Beginn dieses Jahres noch einmal (Euro: Was passiert vor dem Ende einer Währung?). Darin heißt es:

Jede Währung findet ihr Ende. Auch wir in Europa befinden uns in einer außergewöhnlichen Zeit, in der panisch reagiert wird. Wild wird versucht, Staaten und Banken zu retten. Wild werden Gesetze und Regulierungsvorhaben (z.B. Bargeldverbot) umgesetzt, um kurzfristig die Beulen und Wunden unsichtbar zu machen.

Für die Menschen gilt, sich nicht den Beteuerungen der Politik hinzugeben. Die Politik hat ihr wahres Gesicht gezeigt und hat nicht das Wohl der Bürger im Sinn. Sie schont die Gläubiger, jedoch nicht die Sparer. Jetzt wird es im Rahmen der scheinbaren Rettungsmaßnahmen hässlich. Jetzt greift die EU direkt in das Leben der Menschen ein und schränkt sie ein. Solch eine EU hat sich niemand gewünscht.

In der Not wird die EU die Kapitalverkehrskontrollen auch in anderen Ländern einführen. Das ist nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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