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In Zypern überschlagen sich die Ereignisse, in Brüssel und in Frankfurt auch. Aus Sorge um einen Bankenrun in Zypern plant die EZB Kapitalverkehrskontrollen einzuführen und damit die Kontrolle über das Guthaben der Bürger an sich zu reißen. Die EZB sagt, die Menschen sollen sich keine Sorgen machen, denn "Jeder Bürger werde das zum Leben notwendige Geld erhalten". Die Sparer sind in Panik, die EZB auch.

Wer den Worten der EZB oder sonst einem aus der EU noch Glauben schenkt, der ist schon verloren, muss man sagen. Auf kein Wort ist mehr Verlass, jeden Tag kommt eine neue Wendung dazu. Vor allem ist jegliche Entscheidung zum Nachteil der Bürger. Man verfolge nur, wie lange die Menschen in Zypern schon keinen Zugriff auf ihre Konten haben. Man hat sie andauernd hingehalten, es hieß erst Dienstag, dann Donnerstag, und nun sollen die Banken nächsten Dienstag öffnen. Sie sollen, wohlgemerkt.

Wenn die Banken das Onlinebanking wieder freigeben und die Menschen in die Filialen lassen, dann ist ein Bankenrun sehr wahrscheinlich. Unter normalen Umständen also würde es die zypriotischen Banken erwischen und sie würden pleitegehen. Das ist nicht überraschend, sondern nach der Enteignungsaktion der EU eine normale Reaktion.

Diesem zu erwartenden Vorgang will nun die EZB vorgreifen, indem sie Kapitalverkehrskontrollen einführt. Man muss sich das nur mal vorstellen, da ist eine europäische Institution in Frankfurt, die einem souveränen Land diktiert, was sie mit den Guthaben ihrer Bürger machen darf (und was nicht). Vor allem, dass diese Bürger nur einen eingeschränkten Zugriff auf ihre eigenen Konten haben dürfen.

Das ist ein erneuter Rechtsbruch innerhalb der EU. Brüssel und Frankfurt (EZB) merken schon gar nicht mehr, wie sehr sie sich entdemokratisiert haben. Denn nach Recht und Ordnung, also nach geltendem Gesetz, darf innerhalb der EU der Kapitalfluss gar nicht beschränkt werden (EU-Vertrag). Wer glaubt, Gesetze gelten in der EU noch etwas, der sieht sich erneut getäuscht.

Das ist nicht der erste Vertragsbruch der EZB. Man erinnere sich daran, dass offiziell keine Sicherheiten aus Staaten mit schlechter Bonität angenommen werden durften. Die EZB hat sich über diese Regel hinweggesetzt. Es gibt auch ein Verbot der direkten Staatsfinanzierung für die Europäische Zentralbank. Jedoch macht sie seit Jahren nichts anderes, indem sie Staatsanleihen von wankenden Staaten kauft.

Es verwundert also nicht, dass die EZB jetzt auch in das Leben der Bürger in Zypern eingreift, um die Kontrolle über deren Guthaben zu übernehmen. Sie ist es gewohnt, über ihr Mandat hinaus zu agieren. Jetzt will sie auch entscheiden, wie viel ein Zypriot pro Tag oder pro Woche von seinem eigenen Geld erhalten darf, damit er leben kann.

Hoffentlich können sich die Zyprioten gegen dieses Vorhaben wehren.

Weitere Beiträge zum Thema Zypern finden Sie bei www.krisenblick.de.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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