Indikatoren-Trading

Die Zentralbank in Zypern geht davon aus, dass am Montag ein Rettungsplan für das Land stehen soll. Die EZB hat bereits ein Ultimatum gesetzt, dass sie nur bis Montag die Nothilfe für die zypriotischen Banken garantieren wird. Umso dringlicher muss an einem Rettungsplan für Zypern getüftelt werden. Jedoch hegt man das Gefühl, dass alle Beteuerungen nur Durchhalteparolen sind, um die jeweils anderen zu beruhigen.

Die EU ist nervös, Zypern ist nervös, die Banken sind nervös, die Bürger sind sowieso nervös (nicht nur die in Zypern), und alle eint der Ausblick auf einen Staatsbankrott in Zypern, der sich offenbar nicht abwenden lässt. Zypern kann derzeit keine Forderungen stellen, braucht aber dringend Geld. Die EU kann Regeln diktieren, welche Zypern jedoch nicht umsetzen muss, wie man anhand der roten Karte an die EU bezüglich der Enteignungsmaßnahme der Sparer gesehen hat. Russland sitzt am langen Hebel und kann über Wohl oder Übel in Zypern entscheiden. Natürlich nicht aus Sympathie, sondern nur zum eigenen Vorteil.

In diesem Durcheinander geben sich der Präsident und die Zentralbank von Zypern zuversichtlich, dass man einen Plan habe, wie man sich aus dieser schier ausweglosen Lage befreien kann. Das klingt zunächst nicht glaubwürdig. Ein Plan, der mit heißer Nadel gestrickt und unter Panik niedergeschrieben wird, ist oftmals nicht das Papier wert, auf dem er steht. Vor allem, woher soll jetzt plötzlich eine Lösung kommen, wenn man all die Monate zuvor keine gefunden hatte.

Die Art und Weise, wie Zypern einen angeblichen Rettungsplan in Aussicht stellt, ist ähnlich all den Beteuerungen der EU während ihres Krisenmanagements im Verlauf der gesamten Schuldenkrise. Man glaubt ihr kein Wort. Am Ende hat sich jede Beteuerung der EU als anders und oftmals als gegenteilig herausgestellt.

Wenn also Zypern jetzt vehement von einem Plan spricht, den sie in der Tasche hat und bald präsentieren wird, dann darf der Zuhörer schnell ins Grübeln geraten und berechtigte Zweifel hegen.

Zypern muss nämlich so reden, da es die Pistole auf der Brust hat. Entweder es passiert bis Montag etwas, oder der Staatsbankrott tritt ein. Daher reden die Zyprioten vor allem der EU und der EZB nach dem Mund, und gleichzeitig will man die eigenen Bürger beruhigen.

Es sollte gar nicht verwundern, wenn sich demnächst herausstellt, dass es gar kein Rettungspaket gibt, welches auch einen solchen Namen verdienen würde.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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