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Gestern Abend hat das Parlament in Zypern die Zwangsabgabe auf Bankguthaben abgelehnt. Das ist ein freudiger Schritt in die richtige Richtung, nämlich, dass die Bürger, aber auch Nationen, sich nichts mehr aus Brüssel diktieren lassen. Ein Staat hat den Willen des Volkes höher gewertet als die Systemrelevanz der Finanzindustrie. Die EU hat sich hier an einem kleinen Staat probiert und musste das Feld nun räumen. Gewonnen haben die Bürger.

Es ist immer schön, wenn der Underdog, der vermeintlich schwächere, eine Auseinandersetzung gewinnt. So geschehen in Zypern. Die EU hat erneut mit dem Holzhammer versucht, eigene Regeln durchzusetzen. Vor allem zum Nachteil der Bürger. Es fällt schwer zu glauben, dass die EU die entsprechende Reaktion aus dem Volk nicht wissentlich in Kauf genommen hat. Vielleicht sollte Zypern als Blaupause für andere Länder gelten. Vielleicht wollte man austesten, wie weit eine Enteignungsmaßnahme vom Volk geduldet wird.

Umso schöner ist es, dass die EU auf ganzer Linie gescheitert ist. Sie hat nicht nur Vertrauen verspielt und Glaubwürdigkeit eingebüßt, nein, sie hat sich als diktatorischer Geldkrake geoutet, der nicht einmal vor dem Vermögen anderer zurückschreckt.

Man müsste jetzt mal einen Blick in die Gesichter von Merkel, Schäuble, Dijsselbloem und Assmussen werfen. Was mag in den Köpfen dieser Personen vorgehen, die zum Schaden des zypriotischen Volkes solch einen Plan ausgeheckt haben? Der Plan ist vorerst nicht aufgegangen. Das ist erfreulich, wenn man sieht, wie sich das zypriotische Volk tapfer gewehrt hat.

Nun sind natürlich erst mal keine Probleme gelöst. Zypern braucht dringend Geld und die EU hat es. Mal sehen, ob sich nun die beiden Gegner an einen Tisch setzen oder auch nicht. Die EU kann mit der Aussetzung einer Hilfsmaßnahme drohen, dann kollabieren die zypriotischen Banken. Zypern kann mit der Staatspleite drohen, auch dann kollabieren die Banken. Es wird nur die Frage sein, welche Partei die stärkeren Nerven hat.

Für den Moment ist das Glücksgefühl der zypriotischen Bürger dominierend. Sie haben sich nicht von der EU, aber auch nicht von der eigenen Regierung unterkriegen lassen. Das macht Mut, dass die EU vielleicht an ihre Grenzen stößt, was sie mit ihren Bürgern machen darf und was nicht.

In Zeiten, in denen immer und immer wieder gesagt wird, alles müsse so geschehen und Dinge seien alternativlos, ist die Reaktion des kleinen Inselstaates Zypern besonders beachtenswert. Sie hat die EU mit ihren bürgerfeindlichen Forderungen vom Platz verwiesen und das ist gut so.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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