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Man kann den italienischen Politiker Beppe Grillo mögen oder auch nicht. Er bringt jedoch einen neuen Wind in die verstaubte italienische Politik. Und nicht nur da. Mit einem anders tickenden Politiker erhalten nun Themen Gehör in der Welt, welche bisher nicht laut ausgesprochen werden durften. Plötzlich kann ein führender Politiker in der drittgrößten Wirtschaft Europas von einem Ende des Systems reden, gar von einem Austritt aus dem Euro.

Bei solch markigen Worten bleibt manch einem Politiker alter Schule die Spucke weg. Ist die alte Politik doch geneigt, Haltung zu wahren. Sie versucht der Bevölkerung nicht zu viel zuzumuten, vor allem nicht die Wahrheit. Sie hat gute Kontakte zu Unternehmen und Lobby-Verbänden. Die alte Garde versteht es, ihren Lebensstandard zu halten, der Wirtschaft den Rücken zu stärken und der Bevölkerung Opfer als notwendig zu verkaufen.

So war das bisher. Bis ein Mann die politische Bühne betritt, der die alten ungeschriebenen Regeln außer Kraft setzt. Ein Mann, der sich nur seinen Wählern verpflichtet fühlt. Jemand, der zu seinem Wort steht, der unbequeme Themen beim Namen nennt. Ist Beppe Grillo der wahre Politiker, so wie man ihn sich vorstellt, und die alten Herren nur Marionetten?

Der Mann hat geschafft, dass Themen, die bisher unter den Teppich gekehrt wurden, in die öffentliche Aufmerksamkeit gelangen. Er redet ganz offen über ein Ende des Euros und lässt sich dabei nicht den Mund verbieten. Schnell will man in Deutschland solche Äußerungen unterbinden bzw. man versucht, die Aussagen als unglaubwürdig hinzustellen, da sie aus dem Mund eines Komikers kommen. Doch die Worte sind zunächst heraus und die Leute haben es gehört. Sie beschäftigen sich damit.

Damit schafft Grillo ein Umfeld, das man von jedem Politiker einfordern möchte. Schluss mit der steifen Haltung, der Wahrung der Contenance, sondern endlich Butter bei die Fische. Die Politik soll nun Roß und Reiter nennen. Vor allem die Realität ungeschönt wiedergeben, so wie sie eben ist.

In vielen Ländern Europas, auch in Deutschland, fragt man sich: "Wo ist unser Grillo?" Denn viele Bürger wollen endlich auch jemanden in der Politik, dessen Worte nicht vorher abgestimmt wurden, die nicht von jemand anderem geschrieben wurden, welche nicht vorher die Marketingabteilung durchlaufen haben. Man will endlich einen Politiker, der den Mund aufmacht und auch wirklich etwas sagt, anstatt nur Floskeln von sich zu geben, so wie das heute üblich ist.

Egal, ob der Politiker Grillo einem sympathisch ist oder nicht. Er lehrt die alte Garde das Fürchten. Mit solch einem Mann wie Grillo konnten elementare Fragen zur Eurozukunft ungeschminkt in die politische Öffentlichkeit gelangen.

Was schlecht für die Euroretter sein mag, ist jedoch gut für die Bevölkerung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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