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Anleger sind nicht mehr in der Lage, den Verlauf des Börsenindex DAX zu beeinflussen. Der Index notiert, wo er will, macht was er will, und vor allem will er einfach nicht mehr fallen. Egal, ob die Anleger die DAX-Lage schlechtreden, die Kurse als zu hoch verkünden oder den DAX in Sippenhaft nehmen wollen. Er schafft es immer wieder, sich zu lösen und nach oben zu orientieren. Der DAX ist resistent gegen fallende Kurse geworden. Die Anleger können nichts dagegen machen.

Gestern war wieder einmal ein Handelstag, an dem sich gefühlt alle Anleger einig waren, dass der Index fallen müsste. Am besten stramm und zügig. Am Nachmittag war es dann soweit, der DAX geriet ins Schlingern. Sofort setzten Verkäufe ein und ließen den DAX Punkt für Punkt fallen. Was hier nach einem gesunden Verlauf klingt, erreichte bei 7934 Punkten ein jähes Ende.

Der DAX befreite sich aus dem Umfeld sinkender Notierungen. Plötzlich griffen starke Hände beherzt zu. Zugreifen ist noch zu milde ausgedrückt, die Hände rissen sich um die Aktien und nahmen alles auf, was sich ihnen bot. So legte der DAX eine so spitze Wendung hin, dass den Betrachtern der Mund offen stehenblieb. „Wieso ist es nicht möglich, den DAX mal für ein paar Tage zu drücken?“, ist die Frage, die im Raum steht. An der Börse gehören fallende Kurse ebenso dazu wie das Salz zur Suppe.

Wer hat gestern Nachmittag so beherzt zugegriffen? Die Anleger schauen sich hilflos an. Niemand will es gewesen sein, auch der Nachbar oder der Arbeitskollege haben nicht gekauft. Und doch konnte der DAX ein Reversal hinlegen. Zurück bleibt ein Marktumfeld, das sich einen Reim auf die Kursbewegungen zu machen versucht. Wann wird die Börse wieder normal werden, ist in den Gesichtern vieler Anleger zu lesen. Wann wird es wieder Hochs und Tiefs geben?

So wie jetzt will niemand den DAX haben. Wenn man sich als Anleger keinen Reim mehr auf die Kursbewegungen machen kann, was nützt dann noch die Spekulation darauf? Der DAX steigt, weil die Zentralbanken ihn befeuern, weil die Banken ihn kaufen, weil die Handelscomputer ihn drängen zu steigen. Wo bleibt der menschliche Anleger in dieser Kette?

Der DAX kennt nur eine Richtung und die ist nach oben. Er hat sich abgekoppelt von den Nachrichten der Welt, von den Ergebnissen der Unternehmen, von der Gefühlslage der Anleger. Nichts, rein gar nichts scheint den Index noch zu interessieren. Es scheint auch nichts zu geben, womit man den Index wieder normalisieren könnte. Er hat sich verselbständigt. Er macht, was er will und steigt, wie er will.

Die Anleger sind erschrocken, wie sich der Aktienmarkt so abkoppeln konnte. Man glaubt kaum, was man sieht. Und doch ist es wahr. Zurzeit verstehen sich Anleger und DAX nicht. Mal sehen, wann sich das wieder bessert.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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