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Investoren suchen durchgehend eine Antwort auf die Frage, wann Sie in den Markt rein und wann sie diesen verlassen sollen. Verlassen sollte man den Markt, solange es am schönsten ist und solange die Musik spielt, so wie jetzt. Solange die Gier dem Investor keinen Streich spielt, sollte er sich rechtzeitig vom Markt trennen. Ein stabiler Indikator für das Erkennen einer Fehlerentwicklung ist die Betrachtung der Entwicklung der Realwirtschaft im Vergleich zu der Entwicklung der Kurse an den Börsen. Wenn das nicht mehr zusammenpasst, ist höchste Vorsicht geboten. So wie jetzt.

Wer den Vergleich zur Neuer-Markt-Zeit nicht hat, dem soll das folgende Beispiel etwas Hilfestellung geben. Damals gab es eine kleine poplige Firma, die die Banken aufgehübscht und an die Börse gebracht hatten. Diese Firma war eine Zeitlang an der Börse höher bewertet als die Lufthansa mit all ihren Maschinen. Und wissen Sie, was diese kleine Firma mit den (damals) blendenden Aussichten gemacht hat? Sie hat Callcenter betrieben, das war alles.

Sie sehen, nachträglich betrachtet ist es vollkommener Unfug, dem kleinen Unternehmen solch eine riesige Bewertung zuzugestehen, doch im Moment der Ekstase waren die Anleger bereit, fast jeden Preis zu bezahlen. Das ist die Blindheit, die die Anleger überkommt, wenn sie nicht mehr wissen, wohin sie ihr Geld anlegen sollen. Sie verlieren die Orientierung und den Durchblick.

So gesehen sind die derzeitigen schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft noch nicht bei den Investoren angekommen. Obwohl dunkle Wolken bereits aufziehen, werden diese von den Anlegern ignoriert. Sowohl der deutsche Stahlbau als auch der deutsche Maschinenbau stecken in der Rezession. Die Verkaufszahlen gehen deutlich zurück. Hinzu kommt eine schwächelnde Automobilindustrie, die mit Überkapazitäten zu kämpfen hat.

Alle diese Bereiche sind Zugpferde der deutschen Wirtschaft. Sie zeigen die kommende Richtung an, wohin die deutsche Konjunktur steuern wird. Wer keine Maschinen baut, der braucht keinen Stahl, wer weniger Autos baut, der bestellt weniger Rohstoffe und weniger Maschinen. Alles ist miteinander verbunden.

Jetzt müssten die Börsianer auswachen und die Signale am wirtschaftlichen Horizont erkennen, doch weit gefehlt. Sie lassen sich von dem Scheinreichtum am Finanzmarkt blenden. Noch scheint nämlich die Sonne über dem Börsenhimmel. Die Anleger glauben noch an den fortwährenden Reichtum, und so verhalten sie sich auch. Niemand glaubt, er müsse bald aussteigen, die meisten suchen nach weit höheren Kurszielen.

Wenn jedoch die Schere zwischen der echten Entwicklung (Wirtschaft) und der gehofften Entwicklung (Börse) stark auseinandergeht, dann kann das nicht lange ignoriert werden. Es wird nur die Frage sein, ob die Börsenkurse langsam dahinsiechen, oder ob die Kurse mit einem Satz fallen werden. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das gleiche. Die Finanzinvestoren von heute werden sich überrascht zeigen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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