Indikatoren-Trading

Einen wirklich schlimmen Artikel konnte man am Wochenende im SPON lesen. Es ging darum, dass die Karriere der Mütter leiden würde, wenn sie sich im Rahmen der Elternzeit Zeit für den Nachwuchs nehmen würden. Wo ist die Gesellschaft nur angekommen, dass sie ihr Wichtigstes, nämlich ihren Nachwuchs, als störend empfindet? Seit wann ist Karriere wichtiger als ein Kind? Während auf die Karriere besonders akribisch Wert gelegt wird, gibt man sich für die Kinder nicht so viele Mühe.

Man will zunächst fragen, ob der Autor des Artikels nicht auch mal ein Kind war. War er oder sie auch eine Belastung für die Eltern? Wenn die Eltern sich nicht die Zeit genommen hätten, dann wäre es als Kind nicht wohlbehütet aufgewachsen. Heute wird das Aufziehen von Kindern als ein lästiges Übel betrachtet. Das ist jedoch falsch.

Wer schreibt heute noch über die Kinder, die mit einem Schlüssel um den Hals allein in eine leere Wohnung kommen? Wer schreibt über die vielen Babys, die an Tagesmütter und Kitas abgeschoben werden, nur damit die Eltern im Karrierewettlauf keine Nachteile hinnehmen müssen. Heute muss Leistung gebracht werden, der Lebenslauf lückenlos sein und die Erfolge vorzeigbar. Hauptsache, der Chef ist zufrieden. Nur darauf scheint es bei einigen anzukommen.

Wann fragt mal jemand, wann das Kind zufrieden ist? Ob es nicht lieber bei der Mutter sein möchte als bei einer Fremden (Tagesmutter). Eltern sein bedeutet, für das Kind da zu sein und nicht, zu verduften um es dem Chef so recht wie möglich zu machen. Was ist nur aus einer Gesellschaft geworden, die ihren Nachwuchs derart vernachlässigt?

Jedem sollte klar sein, dass es ohne Kinder keine Gesellschaft geben kann, keine kleinen Individuen, die aufwachsen und erwachsen werden, den Älteren die Rente bezahlen, den Alten helfend zur Hand gehen. Die Erwachsenen zeugen selbst Kinder und der Kreislauf der Natur beginnt von vorn.

Wenn Eltern nicht mehr wissen, was wichtig im Leben ist, dann ist unsere Gesellschaft ganz schön gescheitert. Ein Armutszeugnis. Hauptsache, dem Unternehmen geht es gut und der Chef registriert meine Leistung, scheint das einzig Wichtige bei einigen Eltern zu sein. Das ist jedoch viel zu kurz gedacht. Vor allem dann, wenn das so geliebte Unternehmen die Kündigung ausspricht. Dann ist es jedoch zu spät, sich um die Kinder zu kümmern, denn deren Baby- und Kinderjahre warten nicht.

Man kann nur mit dem Kopf schütteln. In dem Artikel hieß es: "Schlecht für die Karriere: Vier von zehn Frauen bereuen Elternzeit". In Wirklichkeit müsste es einen Artikel mit einer anderen Formulierung geben: "Schlecht für die Kinder: Kinder leiden, wenn Eltern nicht da sind".

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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