Werden wir vielleicht in zehn Jahren gefragt werden, was wir jetzt und die letzten Jahre so gemacht haben? Was wir gegen das böse Ende der Krise unternommen haben? Oder werden die Bürger gefragt werden, wie sie nur die vielen Lügen aus Politik und Wirtschaft so hinnehmen konnten? Denn im Rückblick auf die Krise wird sich Vieles logisch erklären lassen, nur heute fällt es den Menschen schwer, den Überblick zu behalten.

Wir werden uns fragen lassen müssen, ob wir nicht verstanden haben, was um uns herum geschehen ist. Es ist so: In der Zeitachse sind einige Jahre nicht viel. Über einen längerfristigen Zeitraum betrachtet wird man jedoch feststellen können, dass Entscheidungen zu Folgereaktionen geführt haben. Rückblickend wird das glasklar sein, heute können wir das Ausmaß der Kettenreaktionen aber nicht abschätzen.

Das können so Dinge sein, wie die Zentralbanken im Verlauf der Krise reagiert haben. Vieles von dem wird sich als falsch und Unfug herausstellen. Heute werden die Zentralbanken jedoch gefeiert, dass sie die Krise (scheinbar) aufhalten würden und dass sie dem Aktienmarkt eine Hausse ermöglichen.

Ähnlich verhält es sich mit der Sparpolitik Deutschlands gegenüber den anderen europäischen Nationen. Es reißt die anderen weiter in die Tiefe. Die heute jüngere Generation wird darauf Antworten verlangen, warum wir das zugelassen haben.

Im Rückblick werden viele Fehler der Euroretter deutlich erkennbar sein. Man wird nachträglich das Offensichtliche erkennen und uns fragen, warum wir diese Handlungen unterstützt, oder zumindest geduldet haben. Es wird auch die Frage aufkommen, warum man trotz vieler Medien, dem Internet, der vielen Netzwerke nicht gewusst haben will, wohin Europa und seine Bürger gesteuert wurden.

Es ist nämlich so: Die Eurozone kann so nicht weiterbestehen. Das bestreitet eigentlich auch keiner. Es traut sich nur niemand, das Offensichtliche auszusprechen und für eine Abkehr zu stimmen. Denn alle sind sich einig: Es ist nicht möglich, stark unterschiedliche Wirtschaften unter eine Währung zu pressen. Sonst hätten wir das jetzige Elend in dieser Form ja nicht.

Auch ein Bruch Europas als Gemeinschaft (es brodelt ja bereits überall) wird man rückblickend als nachvollziehbar deuten, aber bis zum heutigen Tag wird das den Bürgern als etwas Unmögliches verkauft. Die Frage wird dann sein, warum wir das so hingenommen haben. Denn es ist so: Im Verhältnis betrachtet erzählen nur wenige Politiker „alles werde toll“, aber das Offensichtliche ist etwas ganz anderes. Nämlich ein Dahinsiechen der europäischen Wirtschaften und die sich millionenfach ausbreitende Armut. „Warum habt ihr euren Augen nicht geglaubt?“, wird man gefragt werden.

Es wird für die heutigen Eltern sehr schwierig werden, ihren später erwachsenen Kindern zu erklären, warum man Europa an die Wand gefahren hat. Warum sich Menschen und Staaten verschuldet haben und warum die Finanzwirtschaft der Menschheit Vorgehensweisen diktieren konnte.

Alles schwierige Fragen, auf die wohl die meisten keine Antwort haben werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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