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Weihnachten ist zwar schon seit geraumer Zeit vorüber, jedoch mangelt es den Anlegern nicht an neuen Bescherungen. Das Neueste ist das (fast) Erreichen der 8000-Punkte-Marke. Es ist nur noch eine Sache von Stunden, um das lang Ersehnte Wirklichkeit werden zu lassen. Nach Erreichen dieser magischen Marke ist es zum All-Time-High auch nicht mehr weit. Vor allem ist börsentechnisch jedes Krisengerede dann Makulatur.

Der Markt kann jetzt gar nicht mehr anders als steigen. Alle Anleger eint das gleiche Ziel und daher drücken sie aufs Gas. Wir können alle zusammen verfolgen, wie der Index Punkt für Punkt weiter ansteigen wird, um sich dann, vielleicht schon am Nachmittag, für die erreichte Leistung zu feiern. Die amerikanischen Anleger haben sich gestern schon in Feierlaune begeben, weil ihr Leitindex Dow Jones neue Höchststände bereits erreicht hat. Die deutschen Marktteilnehmer wollen es heute auch wissen und legen sich seit Eröffnung ins Zeug.

Dieses Herausstellen eines gemeinsamen "wir erreichen etwas" ist natürlich scheinheilig. An der Börse gewinnt jeder durch die Verluste der anderen. Die ganze Zeit wird am Parkett Ellbogenmentalität gelebt und jetzt, wo es an das medienwirksame Erreichen dieser Kursmarke geht, zelebriert man den Schulterschluss und begießt die gemeinsame Leistung. So viel Freundschaft am Parkett kann man den Anlegern einfach nicht glauben.

Die besondere Nachricht an der "Der DAX erreicht die 8000-Punkte-Marke" Hysterie wird sein, dass all das Krisengerede um steigende Arbeitslosigkeit oder schwächelnde Wirtschaften in den Hintergrund gerät. Probleme sind dann börsentechnisch weit und breit nicht mehr zu sehen. Real natürlich schon, das interessiert den Aktienmarkt aber erst mal nicht. Man wird mit stolzer Brust auf das Erreichte deuten und fragen: "Krise – welche Krise?“

Gemessen wird der Erfolg daran, dass die Wegstrecke, die man bei Ausbruch der Finanzkrise verloren hatte, komplett wieder aufgeholt wurde. Symbolisch betrachtet ist es ein Wegwischen der Geschehnisse der letzten Jahre. Börsentechnisch hat es die Finanzkrise und all ihre Folgekrisen nie gegeben, denn alte Höhen werden wieder erreicht.

Ob alle Kameraden das Ziel erreicht haben, bleibt jedoch im Dunkeln. Denn wir betrachten hier nur den DAX-Performanceindex. Dieser frohlockt mit einem Anstieg. Inwiefern die Anleger von diesem Anstieg auch wirklich mit ihren Aktien im Deport profitiert haben, kommt natürlich bei der medialen Hysterie zu kurz. Sie können sicher sein, dass nicht alle Aktien ein All-Time-High erreicht haben.

Das Bedauerliche ist, dass der Finanzmarkt es selbst war, der die Krise verursacht hat, der Finanzmarkt hat die Probleme an die Allgemeinheit weitergeschoben und nun ist es der Finanzmarkt, der sich über Höchstkurse an der Börse und ein Ende der Krise freut.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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