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Ist es nicht müßig, alle paar Monate die gleiche Leier aus den USA verfolgen zu müssen? Im Schuldenstreit ist wieder eine Deadline erreicht. Wenn an dem heutigen Tag keine Einigung zwischen den beiden Parteien Demokraten und Republikaner über den US-Haushalt gelingt, dann treten automatische Sparkürzungen in Kraft. Haben wir diese Drohungen nicht schon so oft gehört? Die USA macht sich nur noch lächerlich und merkt es nicht mal.

Aufschieben ist keine gute Eigenart. Sie kennen das aus dem Berufsalltag oder aus ihrem letzten Projekt. Am Anfang lässt man Dinge gerne liegen, da wären sie noch schnell und leicht zu erledigen gewesen. Lässt man die Zeit verstreichen, türmt sich die Arbeit auf dem Schreibtisch oder der Abgabetermin rückt näher. Plötzlich ist die Erledigung der kleinen Aufgabe schwer und kompliziert worden. Denn es fehlt nun an Zeit und Kraft, inmitten vieler anderer wichtiger und dringender Probleme, diese Aufgabe abzuarbeiten. So ungefähr verhält es sich mit der Schuldenproblematik in den USA. Die Probleme sind dem Land über den Kopf gewachsen, weil man sich in der Vergangenheit nicht darum gekümmert hat. Man hat aufgeschoben.

Jetzt ist es so, dass die USA medial solche dramatischen Dinge hervorragend ausschlachten kann. Es liest und hört sich so an, als würden die USA morgen schon in eine große Krise geraten, wenn es nicht zu einer Einigung kommt. Beide Parteien drohen und malen Schreckensbilder und weisen die Schuld auf den jeweilig anderen. Es gibt jedoch einen ganz einfachen Weg, herauszufinden, ob die Lage wirklich kritisch ist oder nur gespielt: Wenn die Gefahr, dass das Land über die Fiskalklippe fallen könnte, wirklich existent wäre, dann wären die Börsen im Vorfeld bereits abgestürzt. Stattdessen befinden sie sich an den Allzeithochs.

Schaut man sich die Zahlen in der Relation an, dann ist der ganze Wind, der jenseits des Atlantiks gemacht wird, nicht einmal der Rede wert. In diesem (Rest) Haushaltsjahr müssen nämlich 85 Milliarden Dollar eingespart werden. Das sind wirklich Peanuts. Allein schon die amerikanische Notenbank FED druckt jeden Monat 85 Milliarden Dollar. Wenn also Einigungswille bestehen würde, wäre ein Kompromiss möglich. Das will man scheinbar gar nicht.

Vor allem die fortwährende Wiederholung, dass das Land am Abgrund stehe, dann wieder nicht, dann doch wieder, ist einfach nicht mehr glaubwürdig. Die USA würde sich selbst und auch ihrem Umfeld einen Gefallen tun, wenn sie sich endlich einmal mit dem Kaschieren der Probleme aufhören würde. Am besten wäre es, wenn die automatischen Kürzungen beginnen würden. Das könnte wenigstens zu einem Umdenken in den Köpfen der Menschen führen. Das wäre mal ein Anfang.

Solange nichts dergleichen passiert, glaubt kaum noch jemand, was die politischen Lager von sich geben und auch nicht, wie der Präsident die Lage der Nation darstellt. Die USA haben sich unglaubwürdig gemacht. Bald erlischt auch noch das letzte Restinteresse.

Für ein Land, das sich als Nabel der Welt darstellt, sind die Geschehnisse rund um die Schuldenproblematik ein Armutszeugnis. Wer seine Arbeit nicht rechtzeitig erledigt, muss mit den Konsequenzen leben. Das trifft auch für die USA zu. Morgen werden wir alle schlauer sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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