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Heute wird den Menschen gelehrt, dass Wachstum alles ist. Durch Wachstum könne der Mensch zu Wohlstand kommen. Vor allem würden sich seine Probleme dadurch in Luft auflösen. Aus diesem Grund sind die Staaten auch so erpicht darauf, immer und immer wieder das konjunkturelle Wachstum anzukurbeln. Nur leider geht der Konjunkturmotor immer öfter aus. Vielleicht sollten wir unser Denken verändern, als immer noch blind Altbewährtem nachzurennen.

In der Arbeitswelt kennt jeder den Spruch "Das haben wir schon immer so gemacht". Mit diesem Spruch verschließt sich der Mensch vor dem Wandel. Zum Beispiel neuen und einfacheren Formen der Arbeit. Er  hat Angst, Erreichtes zu verlieren und schützt sich auf diese Weise. In gewisser Weise schützt sich die Politik ebenso, um den Status quo aufrechtzuerhalten. Weltweit wollen alle Regierungen das Gleiche, nämlich Wachstum, alle haben das Gleiche gelernt, alle haben es von ihren Vorgängern so gezeigt bekommen. Nur wo soll das hinführen?

Die Nivea Creme kennt jeder. Wenn diese entwickelt ist, dann steht sie im Badezimmer. Man kann sie noch optimieren, aber auch das hat seine Grenzen. Das Produkt ist dann fertig. Mehr ist nicht herauszuholen. Ein ähnliches Bild ergibt sich in der Automobilindustrie. Ein Auto mit Motorantrieb ist heute vollkommen entwickelt. Da kommt nichts Neues mehr, warum man sein bisheriges Auto tauschen sollte. Zudem ist die Karosserie so stabil, dass sie locker 15 Jahre hält. Ein Auto hält gefühlt ewig, da wird niemand mehr Autos kaufen wollen. Also auf fortwährendes Wachstum zu setzen, ist vorbei.

Wer jetzt meint, mit Smartphones und Tablets wird die Welt wachsen können, der irrt sich vielleicht. Das sind keine Meilensteine mehr, die ein ewiges, vor allem stabiles Wachstum aus der Vergangenheit erwarten lassen können. Das sind im Vergleich zur Dampfmaschine, zur Industrialisierung oder zum Internetzeitalter nur noch kleine Krümel.

Vor allem ist Wachstum heute nur auf Zahlen und Rendite basierend. Diese Denke ist heute nicht mehr passend. Der Mensch muss wieder im Vordergrund stehen. Das jedoch darf in der Politik und der Unternehmensführung nicht laut gedacht werden, denn das kommt einer Sünde gleich. Niemand darf an dem Erschaffenen zweifeln. Niemand.

Aber genau das wäre ein Schritt zu einer Besserung. Der Mensch ist ausgelaugt in einer Gesellschaft zu leben, in der immer mehr geschaffen werden soll und muss. Immer mehr war vor 50 Jahren richtig, als es noch Aufbau und Wachstum gab, aber heute?

Heute ist ein radikales Umdenken gefordert. Man muss von dem Wachstumsgedanken abkommen. Der Mensch braucht eine neue Welt, eine, in der er wertgeschätzt wird, in der nicht die Arbeit bis zum Tod seinen Lebensmittelpunkt darstellt, in dem sein Seelenfrieden geschätzt wird. Der Mensch braucht Familie und Freunde. Er braucht Zeit, sich zu erholen. Das alles kommt in der heutigen (Wachstums-)Welt zu kurz.

Auf diese wichtigen Dinge könnte eine neue Zeit aufbauen. Nicht mehr ein Wachstum, das sich an dem BIP misst, ist die Grundlage von Erfolg, sondern wie wohl sich der Mensch fühlt. Und alle Kraft müsste von der Politik und von den Unternehmen darauf ausgerichtet sein, diesem Ziel, dass es dem Individuum Mensch bessergeht, ausgerichtet werden. Das wäre etwas, wofür sich Anstrengung und Arbeit lohnen würden.

Für solch einen Wandel braucht es ein Umdenken. Wann erkennen Menschen, dass der bisherige Weg zu Ende gegangen ist und ein neuer, ein ganz anderer Weg eingeschlagen werden muss?

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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