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Erst der Skandal um das Pferdefleisch und jetzt schon ein neuer Skandal um das Bio Ei. Eier wurden als Bio verkauft, was sich als Etikettenschwindel herausstellte. Nach dem Skandal ist vor dem Skandal, heißt es abgeleitet aus der Sprache des Fußballs. Wie viel Skandale verträgt der Mensch eigentlich? Und wo bleiben die Konsequenzen? Solange der Skandal die Initiatoren nicht den Kopf kostet, ist der nächste nicht weit.

Gestern wurde berichtet, dass auch die heißgeliebten Köttbular (Fleischbällchen) aus der Ikea Kantine mit Pferdefleisch geformt wurden. Nicht in Deutschland, jedoch in fünf anderen Märkten. Und nun? Nun folgt das Skandalprinzip, das immer wieder zum Tragen kommt. Erst regen sich die Menschen auf. Eine Entrüstung entlädt sich. Facebook, Twitter und anderen Netzwerke glühen vor Wut, und dann? Dann wird es schnell still. Genauso wie der Sturm der Entrüstung gekommen ist, geht er wieder.

Und wo bleibt das Verbraucherministerium? Das ist das Ministerium, das die Bürger vor solchen Dingen schützen sollte. Müsste Frau Aigner nicht hart durchgreifen, wenn sie einem Skandal auf der Spur ist? Weiß die Behörde überhaupt, gegen wen sie durchgreifen muss? Das ist scheinbar das Problem. Keiner weiß, wer zur Verantwortung gezogen werden kann und soll. Es ist ja zunächst eine Riesenaufgabe, herauszufinden, wer wo wann was in der Produktionskette gemacht hat. Am Ende ist es niemand gewesen. Aus Sicht der Täter sieht es so aus: Man muss den Skandal nur lange genug aussitzen, bis Medien und Volk sich beruhigen.

Wie war das bei den Wetten der Banken? Milliarden wurden mit Libor-Skandal verdient und Derivate Wetten verloren. Manche Banken kamen ins Wanken und mussten gerettet werden. Wo ist die letzte Konsequenz? Wo ist die abschreckende Maßnahme, will man als Bürger fragen? Welcher Aufsichtsrat, der die Aufgaben des Vorstandes kontrollieren soll, musste medienwirksam komplett zurücktreten? Wer musste für seine Handlungen büßen?

Stille? Leider ja. Wer für seine Fehler keine wirklichen Konsequenzen fürchten muss, der wird einfach weitermachen wie bisher. Die Banken zeigen bereits, wie das geht. Milliardengewinne, Millionengehälter und Riesenboni fließen wieder und was macht der Retter, der Bürger jedes Landes, das seine Banken stützen musste? Der schaut blöd aus der Wäsche? Ein Skandal ist auch das.

Es bleibt fast immer bei einem Skandal. Das ist für einen aufgeklärten Staat zu wenig. Es muss wirkliche sichtbare Konsequenzen geben und vor allem müssen diese schmerzhaft sein. Die Täter müssen sich vor den Konsequenzen ihrer Handlung fürchten. Sowas gibt es aber nicht. Man macht weiter, bis man erwischt wird.

Entweder will der Staat nicht in aller Härte durchgreifen, weil er Sorge vor der Konfrontation mit den Drahtziehern hat (den Mächtigen?) oder er kann nicht, weil die Lobby zu stark ist (Angst vor dem Gegner). Vielleicht will der Staat aber auch nicht, weil er glaubt, in einer funktionierenden Wirtschaft gehören Skandale dazu. Das könnte die oft teilnahmslose Vorgehensweise des Staates erklären.

Schlimm ist, dass der Mensch derjenige ist, der den Skandal ausbaden muss. Dieser muss die falschen Eier essen, das falsche Fleisch genießen, die Schulden der Banken bezahlen und was er sonst alles für andere Dinge macht über die er Bescheid weiß oder eben auch (noch) nicht.

Genauso medienwirksam wie ein Skandal aufgedeckt wird, genauso medienwirksam müssten auch Strafen vergeben werden. Oder wissen Sie noch, was aus dem letzten Skandal geworden ist? Wer war der Täter, wie ist er überführt worden, wer waren die Komplizen, welche Strafen wurden verhängt, welcher Betrieb musste schließen? Keine Antwort? Dann willkommen in der heutigen Zeit.

Um in der Fußballersprache abzuschließen: Es fehlen die letzten Meter, um aus einem Skandal ein abschreckendes Beispiel zu machen. Solange das nicht der Fall ist, ist der nächste Skandal nicht weit.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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