Indikatoren-Trading

Bei einem Verbrechen sind das Gericht und der Staatsanwalt während der Tat nicht dabei gewesen. Und doch können sie anhand von Indizien und Zeugen einen Täter überführen. Den Bürgern wird seit einigen Monaten immer und immer wieder eingetrichtert, dass die Eurokrise (und auch all die anderen Krisen) vorüber sind. Die Menschen sollen optimistisch in die Zukunft blicken. Die Bürger aber fallen auf diese Beteuerungen nicht herein. Ihr ungutes Gefühl könnte durch folgende Rekordzahlen bestätigt werden.

Ferrari meldet ein Rekordabsatz seiner Luxuswagen. Das abgelaufene Jahr war das beste Geschäftsjahr seiner 66-jährigen Firmengeschichte, so der Autobauer. Diese Nachricht lässt sich als Erfolgsmeldung interpretieren, was sie bestimmt auch ist, da verkauft eben verkauft ist. Man kann aber auch nach den Ursachen dieses Rekordes suchen und würde die Bestätigung für den Fortbestand der Krise finden. Diejenigen, die Geld haben, geben ihr Geld eiligst aus, um noch was dafür zu bekommen. Die Sorge ist bei den Reichen wie auch bei den Armen gleich: Die Inflation wird das Geld wertlos machen.

Auch die Zahlen des deutschen Sportwagenherstellers Porsche sprechen die gleiche Sprache. 9 Millionen verkaufte Porsche im Jahre 2012 sind auch in diesem Fall Rekord. Das Geld, das jemand hat, wird ausgegeben. All die Verkaufszahlen sind kein Anzeichen von Wohlstand, sondern ein Zeichen von Flucht. Die Flucht in Sachgüter.

Die Mittelschicht handelt nicht anders. Sie renoviert ihre Häuschen, bestellt noch die Handwerker für die letzten Arbeiten und sieht zu, dass sie nicht auf zu viel Geld sitzt, wenn die Krise wieder an Fahrt gewinnt. Geld ausgeben scheint die Devise für alle zu sein.

Weitere Indizien, dass die Krise nicht zu Ende ist:

Wohlhabende Menschen, vornehmlich aus Südeuropa, haben einen Immobilienboom in Deutschland mit angefacht. Sie legen den Kaufpreis bar auf den Tisch, koste es, was es wolle. Das treibt die Preise im Immobiliensektor. Besonders Berliner Immobilienmakler werden ein Lied  von dem vielen Geld singen können. Das ist die Flucht ins Betongold.

Die Flucht in den Aktienmarkt wurde erst kürzlich in dem Artikel "Aktienmarkt: Ist das die Inflations-Hausse?" näher beleuchtet. Kaufen, solange man noch etwas für sein Geld bekommt, lautet das Motto.

Die Sorgen sind überall auf der Welt die gleichen. Wohin wird die ganze Gelddruckerei der Zentralbanken den Wert des Geldes führen? Solange man noch etwas für sein Vermögen bekommt, wird es noch ausgegeben. Diese Sorgen will die Politik mit ihren Beschwichtigungen am liebsten wegwischen. Vielleicht klappt es bei dem einen oder dem anderen. Die Mehrheit der Menschen sieht keines der aktuellen Probleme gelöst.

Erfolgsmeldungen wie die Rekordabsätze von Sportwagen laden nicht dazu ein, sich über ein Ende der Krise zu freuen. Es ist eher das Gegenteil der Fall. Es gibt Indizien, dass die Krise weiter existiert.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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