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Es heißt umgangssprachlich, Geld regiert die Welt. Geld schmiert alles, was sich ihm in den Weg stellt. Es lässt Aktienkurse weit hochsteigen, lässt Unternehmen Aufträge ergattern, Privatpersonen genießen mit Geld bevorzugte Behandlung bei Behörden oder bei Ärzten. Geld wird oft im Zusammenhang mit gut erwähnt. Doch macht Geld wirklich glücklich? Die Optimisten an der Börse schon, die Pessimisten sind am verzweifeln. Wohin soll die Hausse des billigen Geldes die Börsen noch führen?

Alle großen Staaten fluten die Märkte mit frischem Geld. Dieses Geld geht in den Aktienmarkt, wie man unweigerlich feststellen kann. Jetzt ist es so, dass die Anleger wissen, dass das nicht normal ist. Da braucht sich niemand etwas vormachen. Die Aktien werden nicht gekauft, weil die Unternehmen gute Zukunftsaussichten haben, sondern weil die Investoren vor lauter dicker Brieftasche nicht wissen, wohin mit dem Geld. Das heißt, es gibt kein Fundament für den derzeitigen Anstieg.

Es sind am Aktienmarkt eindeutig Anzeichen eines Hypes zu erkennen. Risiken werden ausgeblendet, Korrekturen werden nicht zugelassen. Je lauter die Kritik am Börsenanstieg ist, umso höher steigen die Kurse. Wer ein wenig älter ist, hat das alles schon zu Gesicht bekommen. Allein die amerikanische FED druckt jeden Monat 85 Milliarden Dollar. Das Geld will investiert werden. Kein Wunder, dass die amerikanischen Indizes nah am Allzeithoch notieren.

Und trotzdem ist die Freude über die Börsengewinne nicht bei jedem vorhanden. Man nimmt es DAX & Co nicht ab, dass sie die Preise wert sind, die sie ausgeben. Man sagt, die Freude über etwas, was man selbst erarbeitet hat, ist weit größer, als wenn man etwas geschenkt bekommt. Die Börse bekommt diesen jetzigen Kursanstieg geschenkt.

Jedoch kann Geld nicht nur schmieren und Aktienkurse steigen lassen. Geld hat auch die Eigenschaft, andere Meinungen, die nicht zur eigenen passen, verstummen zu lassen. Geld kann Kritiken locker in den Wind schlagen, so dass diese nicht fruchten. Geld kann Anleger blind vor Gier machen. Der Investor giert nach dem schnellen Gewinn und vernachlässigt sein Risikomanagement. Die Marktteilnehmer werden in einen kollektiven Rausch versetzt. Geld gibt dabei den Takt vor und alle feiern mit.

Solch eine Party kann von langer Dauer sein. Wer aber glaubt, dass sie nie enden wird, der irrt sich. Geld regiert die Börse und Geld entscheidet, wann Schluss ist. Geld ist nämlich in der Lage zu verdampfen. Plötzlich ist es weg. Dann steht er da, der Anleger, und hofft, das Geld möge wieder zurückkommen. Das passiert jedoch nicht, denn das Geld ist schon weit weg auf einer anderen Party.

Geld regiert derzeit die Märkte. Die Kurse kennen nur eine Richtung und wollen nicht fallen. Das sieht toll aus, ist jedoch kein solides Fundament. Wer sich jetzt im Aktienmarkt tummelt, wird den größten Spaß seines Lebens mitmachen. Er muss nur rechtzeitig die Feier verlassen, bevor die Stimmung kippt. Diese Fähigkeit, das rechtzeitige Loslassen, die hat jedoch kaum ein Anleger. Aber gut, noch spielt die Musik.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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