Buchtipp

Die Jubelmeldungen wollen gar nicht enden. Die EU will mit den USA ein Freihandelsabkommen beschließen. Davon erhofft sie sich einen Schub für ihre Konjunktur. Die USA, bisher eher gegen diesen Vorschlag, kann sich nun plötzlich auch dafür erwärmen. Es sollen blühende Landschaften auf beiden Seiten des Atlantiks entstehen, indem Handelsbeschränkungen zwischen den Kontinenten aufgehoben werden und Zölle wegfallen. Was zunächst gut klingt, ist wieder einmal gar nicht so toll.

Für beide Parteien gilt: Es wird versucht, immer weiter zu wachsen, nur wohin soll das führen? Vor allem wollen alle Staaten und Kontinente wachsen. Es ist jedoch so, dass nur einer wachsen kann, wenn ein anderer auf seinen Produkten sitzenbleibt. Auch wenn so getan wird, als ob alle von solch einem Freihandelsabkommen profitieren würden, dann ist das nur die halbe Wahrheit.

Man braucht gar nicht so weit suchen, in der Eurozone sind die die Staaten auch nicht homogen gewachsen. Es ist also weniger einfach, gleichmäßigen Wohlstand für die beteiligten Parteien zu erzielen, als es zunächst formuliert wird. Man darf auch nicht vergessen, es wird ja noch für solch ein Projekt geworben, das heißt, man lobt nur.

Bei einem freien Handel profitiert nur derjenige, der auch viele Waren bewegt. Alle anderen, die mal gelegentlich in die USA Güter verkaufen oder von dort Waren einkaufen, eben nicht. Denen wird der Freihandel nichts bringen. Die einzigen Profiteure werden die Konzerne sein, die wirklich Volumen über den Atlantik verschieben. Mächtige Konzerne sind jedoch nicht erstrebenswert, da sie die kleineren Wettbewerber aus dem Markt drängen werden und langfristig versuchen, sich ein Monopol, zumindest jedoch oligopolistische Strukturen aufzubauen.

Ein Freihandelsabkommen lässt die eigenen Produkte leichter auf dem Markt des anderen verkaufen. Weniger Genehmigungen werden benötigt, weniger Papierkram, weniger Hemmnisse. Das alles macht den Handel einfacher. Es kann also mit dem großen Reibach losgehen. Die Frage ist, für wen?

Die EU stellt es so dar, als würde die europäische Wirtschaft von einem Freihandelsabkommen deutlich profitieren können. Sie beschreibt es fast so, als könne die EU die ganze USA mit ihren Waren zupflastern. So jedenfalls stellen Brüssel und Frau Merkel den Leuten die Lage dar. Nicht verraten wird, dass so ein Abkommen immer beidseitig unterschreiben wird. Auch die USA erhalten mit diesem Papier freien Zugang zum europäischen Markt.

Hier wird es spannend. Denn südeuropäische Länder und Frankreich haben (berechtigte) Sorge vor einem wuchtigen Eindringen der USA in ihre Märkte. Sie wollen nicht alle Regularien vollkommen lockern, um nicht in völlige Konkurrenz gegen Genmais und Co. antreten zu müssen. Erneut spielt hier Deutschland eine Sonderrolle. Es will sich den USA vollkommen hingeben, und wie es der Wirtschaftsminister Rösler formulierte, „den großen Wurf landen".

Wieder einmal gibt sich die EU nicht einstimmig zu einem wichtigen Thema. Noch wichtiger wird sein, dass man sich dann gegen die amerikanischen Produkte nicht mehr wehren kann. Wer die Rose liebt, muss auch seine Dornen mögen, heißt es treffend. Die Deutschen erzählen nur von den roten Rosen, aber nicht von den Risiken. Das ist nicht der richtige Weg.

Und zu guter Letzt soll auch die so geschätzte Zusammenarbeit der Europäer mit der Konjunkturlokomotive China nicht vergessen werden. Sollten die USA und die EU ihre Handelszone eröffnen, dann wird das große asiatische Land darüber nicht erfreut sein. Die EU müsste sich dann mit den USA zusammen gegen die asiatischen Produkte wehren bzw. sie wird in etwas reingezogen, was sie nichts angeht. Nämlich der Konkurrenzkampf USA-China.

Warum besonders Deutschland sich vehement den USA an den Hals wirft, ist bisher das Geheimnis der Regierung Merkel und Co. Für das Volk ist dieses Freihandelsabkommen auf jeden Fall kein Erfolg, denn die Nachteile überwiegen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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