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Bei der letzten Pressekonferenz kam EZB Präsident Draghi ein wenig blass herüber. Woran mag das liegen? Vielleicht an der immer auswegloseren Lage. Eine Zeitlang glaubten die Herren aus dem Zentralbankturm, dass sie eine Politik betreiben könnten, die ganz nach ihrem Belieben ist. Wie sich jetzt zeigt, spielen in der Welt der Währungen auch andere mächtige Spieler mit. Und diese zwingen die EZB nun zu handeln. Nur was soll die europäische Dame machen? Egal was, es wird falsch sein.

Die drängendste Frage für die Europäische Zentralbank ist, wie die derzeitige Aufwertung des Euros gestoppt werden kann. Sie hat schon verlauten lassen, dass ihr die Aufwertung Sorge bereite, also muss etwas unternommen werden. Denn nichts tun ist wie bei jedem Wettlauf schlecht, so auch im Abwertungswettlauf. Die anderen Währungen haben bereits angefangen, billiger zu werden. Begonnen hat die amerikanische FED mit der Geldflutung, jetzt folgt der japanische Yen mit großen Schritten. Die jeweiligen Nationen wollen durch solch einen Schritt ihre Produkte auf dem Weltmarkt billiger machen.

Nun ist die Lage kritisch. Die EZB hat versprochen, man werde keine dauerhafte Inflation über 2% zulassen. Durch die ganze Euro-Druckerei sind wir bereits bei 2%. Wenn die EZB irgendwelche Aktionen beginnt, die eine Senkung des Wertes des Euros herbeiführen soll, dann muss sie für diesen Schritt noch mehr Euros drucken als bisher. Die Folge wird sein, dass die Inflation über die Toleranzschwelle springt (nahe 2%), die die Europäische Zentralbank sich selbst ausgegeben hat.

Passiert das, wird die EZB sich selbst unglaubwürdig machen. Kaum jemand wird den Zusagen der Zentralbank vertrauen können, denn sie hält sich ja nicht daran. Zudem wäre dann auch die Inflation ein wirkliches "offizielles" Thema und die Bürger würden unruhig werden. Vielleicht würden sie ihre Spareinlagen abheben, was den Banken nicht gefallen würde. Vielleicht würden sie eilig Gold und Silber kaufen, um sich gegen die Inflation zu schützen, dann würde ein Run auf Edelmetalle stattfinden, das will die EZB auch nicht.

Macht sie nichts, dann klagen die Unternehmen. Sie würden ohne das Zutun der EZB an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. In der Folge würde sich das Geschäft zum Schlechteren wenden, Arbeitnehmer würden dann entlassen werden, die Wirtschaftsleistung in der Eurozone würde rapide abnehmen. Das kann und wird die EZB nichts zulassen. Sie ist zwar offiziell nur dem Werterhalt des Euros verpflichtet, sie hält sich jedoch nicht daran. Im Verlauf der Krise hat sie sich vor den Karren der Politik spannen lassen und die weiß, wie man Draghi und Co einpeitscht.

Der Verdroschene guckt wirklich traurig aus seinen runden Brillengläsern. Wie er es auch anstellt, es wird schlimme Konsequenzen geben. Entweder die Inflation gerät außer Kontrolle oder die Eurozone rutscht in die Depression. Beide Alternativen werden niemandem gefallen, das weiß der EZB-Chef. Unsere aufmerksamen Leser werden schon erahnen, was die naheliegende Wahl der Zentralbank sein wird. Sie wird sich natürlich für die Inflation entscheiden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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