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Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist der Maßstab für die Konjunkturentwicklung und ist im letzten Quartal um 0,6% geschrumpft. Wo sind eigentlich jetzt die Mainstreammedien, die ein starkes Wachstum in Deutschland herbeigeschrieben haben? Diese wurden nicht müde, immer wieder über die tolle Wirtschaftsentwicklung zu schreiben. Sie wollten die Realität nicht so wiedergeben wie sie ist, nämlich fad. Die Zahlen bestätigen das.

Man sagt, Vieles im Leben hat mit Vertrauen zu tun. Das gilt auch für den Konjunkturoptimismus. Man muss nur an etwas glauben und Berge werden sich versetzen lassen. Die Aufgabe, den Optimismus zu entfachen, hat die Politik. Sie muss bei ihren Bürgern das Vertrauen in die konjunkturelle Zukunft einflößen und aus der tristen Realität blühende Landschaften malen. Ist das Feuer mal entfacht, kommen die Medien ins Spiel. Sie haben die Aufgabe, das Feuer nicht ausgehen zu lassen. Egal, wie offensichtlich das Gegenteil im wahren Leben anzutreffen ist, die Medien schämen sich nicht, die Wahrheit zu verdrehen, nur um das Feuer weiter am Brennen zu halten.

Ein besonders deutliches Beispiel für diese Vorgehensweise war die Euroeinführung, bei der die Preise des täglichen Bedarfs für die Menschen schnell angestiegen sind. Und obwohl der Euro tatsächlich eine Teuerung mit sich gebracht hatte, wurden die Medien nicht müde, dies als unrichtig darzustellen. Vielleicht erinnern sich einige Leser daran, wie vehement die Medien jede gegenteilige Meinung bekämpft haben. Für sie war der Euro kein "Teuro". Sie wissen nun warum.

Auch bei der Konjunkturerwartung wird mit der Hoffnung gespielt. Zum Beispiel pushen die "Hoffnungsträger" (die Medien) eine starke Automobilwirtschaft in Deutschland, obwohl sich diese bereits auf die zu erwartende Krise (Absatzeinbruch, Überkapazitäten, Kurzarbeit) einstellt. Das ist erschreckend. Die Autohersteller wappnen sich für die Krise und die Medien reden von Erfolgen und von mehr. Das hat seinen Grund.

Die Menschen sollen an ein fortwährendes Wachstum glauben. Wer glaubt, die Zukunft werde besser als heute, der schränkt sich nicht ein. Wer sich nicht einschränkt, der gibt sein Geld aus. Konsumiert der Verbraucher (er wird wohl aus diesem Grund so genannt), dann dreht sich auch das Rad der Wirtschaft und das BIP steigt. Das freut den Staat, da die Menschen mit ihrem Verdienst und mit ihren Einkäufen Steuern entrichten. Der Staat will nicht, dass der Bürger spart.

Jetzt ist es nicht so schwer, trotz eines blendenden Aktienmarktes zu antizipieren, dass das Jahr 2013 aus konjunktureller Sicht ein schwieriges sein wird. Man braucht nur eins und eins zusammenzuzählen. An wen soll denn der deutsche Export-Vizeweltmeister verkaufen, wenn die Käufer alle gleichzeitig ausfallen. Südeuropa ist bereits an seinen Grenzen. Die USA versinkt im Schuldensumpf und die eigene Bevölkerung verarmt. Die Hoffnung auf China ist ebenso unbegründet, weil deren Wachstum auf Schein gebaut ist und das schwache Fundament schon Risse zeigt. Und nun? Wo soll das (herbeigeredete) Wachstum herkommen?

Wer meint, dass das vielleicht nur ein Ausrutscher in Deutschland ist, der liegt falsch. Auch das BIP der Eurozone für das vierte Quartal 2012 ist um 0,6% gesunken. Die Konjunktur schrumpft eben, das ist die Realität.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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