Angebot

Wann haben Sie zum letzten Mal bei Ihrer Bank vorbeigeschaut? Mussten Sie dafür einen halben Tag Urlaub nehmen? Denn während die meisten Menschen noch arbeiten, schließen die Filialen der Finanzinstitute bereits. Wer nicht vor verschlossenen Türen stehen will, muss sich verbiegen. Warum aber gehen die Banken nicht auf die Kunden zu? Warum haben die Institute noch Öffnungszeiten wie vor 30 Jahren? Warum wechseln sie kein Bargeld und wieso dauert eine Überweisung so lange?

Eine Bankfiliale sollte für den Kunden da sein. Das wird auch niemand bestreiten, aber nur wenn der Kunde arbeitet, ist die Filiale geöffnet. Hat der Kunde Zeit, zur Bank zu gehen, ist die Filiale geschlossen. Das ist nicht die Ausnahme, sondern flächendeckend so. Jeder, der ein Bankkonto hat, kennt die Öffnungszeiten. Morgens ein wenig geöffnet, mittags (wenn der Kunde vielleicht während seiner Pause vorbeischauen will) für zwei Stunden geschlossen und am Nachmittag noch mal für wenige Stunden Betrieb. Geschlossen wird in der Regel um 17:00 Uhr.

In Marketingmaßnahmen heißt es vollmundig „für unsere Kunden sind wir da“. Wirklich für die Kunden da zu sein, ist jedoch etwas anderes. Die Banken könnten ihre veralteten Strukturen mal überdenken und kundenfreundlichere Öffnungszeiten anbieten. Das ist längst überfällig. Da hilft auch der Fingerzeig zum Online-Banking nicht. Irgendwann muss jeder mal zu einer Filiale.

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum eine Überweisung so lange dauert? Sie können heute eine E-Mail von Deutschland nach Australien schicken und in wenigen Sekunden ist sie da. Wir leben ja auch nicht im Mittelalter. Nichts anderes als die E-Mail ist eine Überweisung auch, eine elektronische Mitteilung, ein Datensatz eben. Im Falle der Überweisung hat es bis ins Jahr 2012 drei Tage gedauert, von einer Bank zur anderen zu überweisen. „Was soll das?“, haben viele Kunden geschimpft. Die Antwort der Banken: Das ist so. Damit kann und konnte niemand zufrieden sein. Kundenfreundlich ist das nicht, da es keinen Grund gibt, die Überweisung zu verlangsamen. Es sei denn, das Institut hat ein Interesse daran, Ihr Geld noch ein paar Tage für sich arbeiten zu lassen, aber das wissen Sie ja bereits.

Erst eine europäische Richtlinie über Zahlungsdienste hat die Banken gezwungen, mit dieser Praxis aufzuhören. Seit Anfang 2012 müssen Online-Überweisungen an einem Tag ausgeführt werden, Papierüberweisungen in zwei. Die Banken sind wie Hyänen, sind sofort zur Stelle, wenn es etwas zu fressen gibt. Sie sind ausschließlich auf ihren Vorteil bedacht und das ist nicht erst seit der Finanzkrise bekannt.

Die Bankberater verkaufen nämlich Finanzprodukte und werden an ihrem Verkaufserfolg gemessen. Sie werden auf Kunden angesetzt. Von wegen „Wir beraten sie gerne“. Die Angestellten bekommen Vorgaben, die sie erfüllen müssen. Das alles klingt nicht vertrauenserweckend. Kann es auch nicht, denn Vertrauen ist nicht die richtige Grundlage, wenn es um Geldgeschäfte geht. Die Bank vertraut Ihnen ja auch nicht, wenn Sie kurzfristig einen Dispokredit benötigen, oder?

Irgendwie ist das alles nicht rund, was die Banken für ihre Kunden machen. Kundenorientierung ist etwas ganz anderes. Vor alles müsste eine Bank den Kunden als gleichberechtigte Person ansehen. Das ist jedoch nicht der Fall. Bankkunden sind ausschließlich in der Position des Bittstellers. Sie können immer nur bitten und hoffen, dass die Banken ihrem Wunsch nachkommen. Das ist nicht nur bei Dingen wie einem Disporahmen der Fall. Versuchen Sie mal, 10.000 Euro bei "Ihrer" Bankfiliale abzuheben. Sie werden angesehen, als kämen Sie vom Mars. Man wird Sie ohne Geld wieder nach Hause schicken. Sie haben ja nicht drei Tage vorher angerufen. Es heißt: „Wir haben schließlich Regeln, wo würde die Bank denn hinkommen, wenn die Leute einfach ihr Geld abgehen wollen würden.“ Sehen Sie, Sie müssen schon wieder in die Bittstellerhaltung. Das ist nicht schön.

Ein ebenso kurioses Erlebnis ist Folgendes: Nehmen Sie einen 500-Euro-Schein in die Hand und versuchen Sie diesen bei der nächstbesten Bank in kleinere Scheine zu wechseln. Ein ganz normaler Vorgang, könnte man meinen. Geld liegt in der Kasse der Bank. Geld ist Geld. Wo soll das Problem sein? Leider täuschen Sie sich hier, liebe Leser. Vier von fünf Banken werden Sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause schicken. Die meisten Bankfilialen wechseln kein Geld, wenn Sie nicht Kunde der jeweiligen Bank sind. Das ist wirklich krank.

Banken wissen um ihre Dominanz. Sie entscheiden, wann Sie ihr Geld bekommen, ob Sie einen Kredit erhalten, ob Sie Ihr Haus finanzieren können, sogar ob Sie ein einfaches EC-Konto eröffnen dürfen. Jegliche Entscheidung liegt in der Hand der Bank. Und weil sie genau um ihre Macht weiß, kann sie sich dieses kundenunfreundliche Gehabe leisten. Das ist nicht schön.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Share This