Buchtipp

An der Börse, so sagt man, ist Angst ein schlechter Begleiter. Wer Angst hat, der traut sich nicht, wer sich nicht traut, der kann nichts gewinnen. Diejenigen, die Angst um ihr Geld haben, sind meist gebrannte Kinder. Sie wissen, wie schnell das Geld an der Börse weg sein kann und deshalb sind sie in Sorge. Um erfolgreich zu sein, gibt es nun diejenigen, die ihre Angst ignorieren und diejenigen, die gelernt haben mit ihr zu leben.

Beim Fußball ist es eine Taktik, die Niederlagen in der Vergangenheit zu vergessen. Ein Trainer, der solch einer Mannschaft vorsteht, ist bemüht, die Köpfe der Spieler freizubekommen. Er muss den Blick nach vorne richten und alle Fehler und Wunden vergessen machen. Dann, nur dann, geht es wieder bergauf, ist die Devise bei diesem Sport. Ist diese Herangehensweise auch für Trader anwendbar? Soll der Trader vergessen, welche Fehler er in der Vergangenheit gemacht hat? Soll er vergessen, wie schmerzhaft die Verluste waren?

Eigentlich nicht. An der Börse und auch im Leben lernt man aus seinen Fehlern. Derjenige, der sich am Herd verbrannt hat, der wird die Kochplatte in der Zukunft meiden. Derjenige, der viel Geld an der Börse in den Sand gesteckt hat, der sollte den Grund dafür auch meiden. Damit er das machen kann, muss er sich an diese schlimmen "ängstlichen" Momente erinnern. Um wirklich vorwärtszukommen, muss der Trader Angst haben. Wer keine Angst hat, der weiß nicht, wie tief er fallen kann. Wer keine Angst vor der Höhe hat, will immer weiter hinaus und darf sich nicht wundern, wenn der plötzliche Fall besonders schmerzhaft wird. Denn eines ist erwiesen. Was hoch steigt, fällt tief. Das weiß jeder an der Börse, der schon mal gehandelt hat.

Die Angst eines Traders ist wie eine Versicherung, um keine übertriebenen Risiken einzugehen. Die Angst wird ihn davon abhalten, an einem Tag seinen Einsatz verdoppeln zu wollen. Die Angst wird es sein, die seine Erwartungshaltung an den Finanzmarkt im Zaum hält. Entgegen der Vorgehensweise beim Sport ist Angst ein sinnvoller Begleiter an der Börse.

Jedoch gibt es verschiedene Stufen. Derjenige, der in Panik verfällt und jede seiner Handlungen mit Herzrasen und Schweißfilm auf der Stirn durchführt, für den ist die Börse nicht der richtige Platz. Dieser Mensch muss ehrlich zu sich selbst sein und die Börse verlassen. Nicht jeder ist für die Börse geeignet.

Die Angst, auf die es ankommt, ist mit Vorsicht gleichzusetzen. Sie schützt den Trader davor, Unüberlegtes zu tun und voreiliges Handeln wird unterbunden. Übertriebene Erwartungen an eine zukünftige Kursentwicklung werden unterdrückt, das hilft, Fehler zu vermeiden. Jemand, der vorsichtig ist, wird mit Bedacht handeln. Das ist ein westlicher Erfolgsfaktor an der Börse.

Im Gegensatz zu der beworbenen Meinung von Banken und Medien, dass nur die mutigen Zocker weit kommen, vertreten wir die Ansicht, dass der Besonnene an der Börse weit kommt. Mit kleinen Einsätzen, mit geringem Risiko und einer Portion Angst kann man es weit schaffen. Wer nämlich weiß, dass an der Börse nichts sicher ist, dass auch die teuerste Aktie zum Pennystock verkommen kann, dass der Markt immer noch tiefer fallen kann, nur derjenige weiß wirklich, wie die Börse tickt. Dieses Wissen kann Angst machen.

Sie hat jedoch den Vorteil, dass man demütiger mit seinen Finanzen und dem Markt umgeht. Es kommt nicht zu einer Überheblichkeit. Diesen Vorteil haben aber nur diejenigen, die die Erfahrung mit schlechten Tagen gemacht haben. Diese Erfahrung sollte man sich gut aufbewahren.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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