Indikatoren-Trading

Jeder Mensch, der sich für den Werdegang der Welt, insbesondere des Finanz-, Geld- und Wirtschaftssystems interessiert, der weiß, dass Vieles im Argen ist. Vor allem, dass es nicht mehr so weiter gehen kann wie bisher. Das wird mit jedem Tag deutlicher, an dem bestehende Probleme nicht gelöst werden und weitere hinzukommen. Der Mensch hat das Gefühl, all das Gewicht der Krise lastet (nur) auf seinen Schultern. Der Bürger hat das Gefühl, immer weiter zahlen zu müssen, ohne zu wissen, wofür. Das macht müde.

Bisher hat die Politik mit der Angst der Menschen gespielt und damit deren Zahlungskraft aufrechterhalten. Die Deutschen murrten zwar, zahlen aber dennoch fleißig. Das ist in anderen Ländern anders. Die Menschen in Frankreich, Griechenland und Spanien lassen sich nicht soviel von der Politik erzählen. Sie wissen auch, wann es Zeit ist, auf die Straße zu gehen und Grenzen zu setzen. Sie hören öfter auf ihren Menschenverstand. Das können die deutschen Bürger nicht. Was will der Staat eigentlich?

Der Staat will seine Bürger weiter zum Zahlen animieren. "Alles wird gut", wird gebetsmühlenartig wiederholt, wenn ihr eben nur stark seid und weiter bezahlt, lautet die eingeschlagene Richtung. Dieser Punkt ist besonders wichtig, denn zahlen kann nur derjenige, der Geld hat, Geld kann nur derjenige haben, der arbeitet. Staaten arbeiten nicht, sie leihen sich nur Geld. Also muss der Bürger ran und versuchen, einen vollständigen Ausbruch der Krise zu verhindern.

Natürlich gibt es für alles eine Grenze, auch für die Geduld der Menschen. Diese ist schon sehr strapaziert worden. Besonders in Deutschland sind die Bürger des Bezahlens müde. Nicht nur, dass sie für nationale Projekte zahlen, die sie nicht verstehen (z. B. Stuttgart21 – ca. 4,5 Milliarden, Nürburgring – ca. 330 Mio., Berliner Flughafen – ca. 4,5 Milliarden, Hamburger Elbphilharmonie – ca. 500 Millionen), nein, sie zahlen auch für die Rettungsmaßnahmen der EU. Zuvor haben sie bereits die Bankenwelt gerettet und davor die deutsche Einheit finanziert.

Das alles macht müde, weil das Resultat des Bezahlens nicht ersichtlich ist. Wer ein Haus baut, der sieht am Ende das Ergebnis seines Handelns. Das ist beim Staat nicht der Fall. Heute wird bezahlt und niemand weiß, wo das Geld hin ist. Hinzu kommt, dass das Geld trotz größter Mühe nie reicht. Der Staat will immer mehr. Das macht nicht nur müde, sondern auch mutlos.

Man hört oft, uns Deutschen gehe es besser als den anderen. Also solle man nicht murren, sondern so weitermachen wie bisher. Dabei sollte man aber nicht außer Acht lassen, dass wenn wir so weitermachen wie bisher, es uns auch bald so schlecht gehen wird wie den anderen. Noch glaubt man in Deutschland, die Krise sei weit weg. Dem ist natürlich nicht so. Wir kommen nur später dran, weil unser Rettungsboot stabiler ist als das der Südeuropäer, deren Leid wir als noch weit weg erachten.

Zahlen wir Bürger für eine Art Lösung, die im großen Bild noch nicht ersichtlich ist, oder zahlen wir für die Linderung der Schmerzen, können aber das Problem nicht lösen? Kennen wir das Problem überhaupt?

Denn nur wenn das Gemisch aus EU, EZB und den nationalen Regierungen das Problem versteht, nur dann kann es auch an einer Lösung arbeiten. Der Mensch braucht einen Nutzen aus seinem Handeln. Wer arbeitet, der verdient Gehalt, wer schläft, der ruht sich aus, wer feiert, der lässt es sich gutgehen. Nur was hat derjenige davon, der das alles zahlt? Darauf gibt es keine Antwort. Wohin geht das Geld überhaupt? Ein gutes Beispiel für das Fließen des Geldes ins Niemandsland ist der Bau des Berliner Flughafens. Über 4 Milliarden Euro sind ausgegeben worden und man spricht nun von einem Abriss und Neubau. Das kann der Mensch nicht mehr verstehen. Auch ein Neubau kostet Geld und woher kommt es? Vom deutschen Bürger natürlich, der Staat arbeitet ja nicht. Der verdient kein Geld.

In Europa herrscht ein ähnliches Bild. Es wird immer weiter Geld benötigt und kein Rettungsschirm ist groß genug. Die Einzigen, die noch zahlungsfähig sind, sind die Deutschen. Vom Zahlungswillen Deutschlands hängt das Wohl oder Leid Europas ab. Diese Last ist wirklich schwer und droht die deutschen Bürger zu erdrücken. Teilweise will man nicht mehr zahlen und sich zurückziehen. Sobald solche Gedanken aufkommen, eilt die Politik herbei und versucht diese zu verwischen. Es heißt schnell, man wisse ja nicht, was einen hinter dem Vorhang erwartet, aber es wäre auf jeden Fall verheerend. Der Bürger solle daher lieber weiter zahlen, wird selbstsicher geurteilt.

Jedoch wofür soll der Bürger bezahlen? Diese Antwort gibt die Regierung nicht. Seit fünf Jahren zahlen die Menschen für die Krise und noch immer ist keine wirkliche Verbesserung zu sehen. Wohin soll das führen? Diese Perspektivlosigkeit macht die Menschen müde. Wer müde ist, kann nicht arbeiten, wer nicht arbeitet, verdient kein Geld. Wer kein Geld hat, wird nicht mehr zahlen können.

Es wird wohl bald eine Entscheidung geben, welche Richtung der weitere Krisenverlauf nehmen wird. So wie bisher wird es nicht mehr lange gehen können.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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