Indikatoren-Trading

Die Rufe nach einer billigen Währung hören einfach nicht auf. Man müsse seine Währung schwächen, um den Export zu stärken. Das ist jedoch Unfug. Man muss gute Produkte herstellen und dann klappt es auch mit dem Verkaufen. Leider hat sich diese Forderung so in den Köpfen vieler Politiker verankert, dass es kaum Hoffnung gibt, dass jemand diesen Kreislauf unterbricht. Wer qualitativ hochwertige Güter herstellt, der kann auch hohe Preise verlangen und auch mit einer starken Währung auskommen.

Mit glänzenden Augen verfolgen die Menschen die Entwicklung von zum Beispiel Unternehmen wie Apple. Mit guten Produkten werden hohe Preise verlangt (auch bekommen) und somit gute Gewinne eingefahren. Man erkennt sofort, dass es gar nicht um billig geht. Niemand ruft bei Apple nach billiger. Jeder ruft nach „besser“ und vor allem nach „Innovation“. Es geht also auch anders, wenn man es nur richtig macht. Wer innovativ ist, muss auch weniger Konkurrenz fürchten. Wer billig ist, schon.

Das Gleiche gilt für eine schwache Währung. Erst kürzlich hat sich der französische Präsident Hollande dafür ausgesprochen, den Euro künstlich zu drücken, um die Exporte zu stärken. Auch hier gilt der Blick in die Vergangenheit. Deutschland hat über Jahrzehnte eine starke Währung gehabt und hat es geschadet? Man kann also auch mit einer starken Währung gute Geschäfte machen.

Hinzu kommt, dass eine schwache Währung immer zwei Seiten einer Medaille hat. Das eigene Produkt ist zwar auf dem internationalen Markt günstiger, doch die Einkäufe der Rohmaterialien, um das jeweilige Gut herzustellen, müssen ja zunächst eingekauft werden. Und mit einer schwachen Währung bekommt man nur wenig für sein Geld. Dieser Aspekt ist jedoch weniger polarisierend und deshalb wird er in den Medien nicht verfolgt. Man muss nur in die Vergangenheit blicken, um zu sehen, dass der Erfolg einer funktionierenden Wirtschaft nicht allein an der Stärke oder Schwäche einer Währung liegt.

Der gleiche Fehler wird auch mit dem billigen Geld der Zentralbanken gemacht. Nur weil etwas billig ist, braucht man es deshalb nicht unbedingt. Unternehmen werden nicht das Geld nachfragen, wenn sie kein lohnenswertes Investment in Aussicht haben. In der Folge kann die Zentralbank aus günstigen Zinsen noch günstigere Zinsen machen und am Ende landet sie bei null Zinsen, wie es die amerikanische Zentralbank vorgemacht hat. Und trotzdem will keine Wirtschaftserholung in den USA einsetzen.

Der Grund ist einfach. Es liegt gar nicht an dem billigen Geld. Es ist ein Irrtum zu glauben, billiges Geld würde helfen. Wirklich wichtig sind gute Produkte, gute Infrastruktur, gute Bildung und vor allem eine gute Binnennachfrage. Früher hat man nur exportiert, was "über" war. Zuerst im eigenen Land und erst später ins Ausland. Heute legitimiert man jede Entscheidung mit der Wettbewerbsfähigkeit im Ausland. Auch das ist ein Fehler.

Auch wenn die Regierungen den Weg des geringsten Widerstands gehen wollen, billig ist ein Teufelskreis. Jedes Land kann auf eine Senkung reagieren, indem es ebenfalls abwertet, aber am Ende richtet man seine Währung zugrunde. Eine schwache Währung und billiges Geld sind nicht die Entscheidungskriterien, auf die es ankommt. Nur die Politik, die will davon nichts wissen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Share This