Indikatoren-Trading

Eine Besonderheit konnte man im Verlauf der Krise deutlich vernehmen. Der Ton wird rau. Es wird gedroht und es wird mit dem Zeigefinger gesprochen. Wenn drohen nicht fruchtet, dann wird gewarnt oder andersherum. Die Warnung soll den Gegner einschüchtern und ihn zum Handeln animieren. Denn fürchtet man sich vor den Konsequenzen einer Entscheidung, dann fügt man sich leichter. Seit Ausbruch der Krise ist der Umgangston wenig staatsmännisch und schon gar nicht freundlich.

Es ist der amerikanische Präsident Obama, der jetzt warnt. Es dürfe in den USA keine automatischen Einschnitte geben. Diese würden verheerende Folgen für sein Land und auch für die Welt haben. Demokraten und vor allem die Republikaner müssten sich deshalb im Haushaltsstreit einigen. Ausdrücken will er in Richtung des politischen Gegners, dass eine weitere Blockadehaltung das Land ins Chaos stürzen und die Wirtschaft Schaden nehmen würde. Er sprach von "Schaden für die Konjunktur". Damit sind die Republikaner gewarnt. Sie haben es jetzt in der Hand, zwischen gut und böse zu entscheiden.

In Europa hat man mit Warnungen auch schon gute Erfahrungen. Frau Merkel ist berühmt für ihren Ausdruck "Alternativlos" im Zusammenhang mit der Rettung der Banken. Auch hier ging es um eine deutliche Warnung, der sich die Kanzlerin nicht widersetzen konnte (oder wollte). Die Nachricht war deutlich: „Wir Banken haben zwar den Wagen in den Dreck gelenkt, aber willst du die Konsequenzen tragen, wenn die globalen Finanztransfers ins Stottern geraten?“ Diese Warnung saß. Sie ließ keinen Spielraum für Diskussionen und damit hatte die Bankenwelt ihr Ziel erreicht. Der Staat sprang „alternativlos“ ein, um die Finanzwelt zu retten, obwohl es eben nicht der Steuerzahler war, der den Schaden angerichtet hatte.

Immer wieder wird auch gedroht. Das kennen die Griechen besonders gut. Obwohl die EU nach außen eine Staatengemeinschaft ist und sich solidarisch bis familiär gibt, ist das im Ton ganz anders. Sobald Griechenland nicht springt, wie die Geldgeber es von ihm wollten, wurde die Keule ausgepackt und verbal auf die Griechen eingedroschen. Vor allem drohte man aus Brüssel, die Hilfszahlungen einzustellen, wenn die Griechen nicht spuren sollten. Für ein familiäres Umfeld ist das definitiv die falsche Tonart und doch gibt es sie.

Auch in der Wirtschaftswelt wird gedroht. Oft drohen die Banken, den Kredithahn zuzudrehen, Unternehmen warnen vor der Insolvenz, wenn sie kein Geld bekommen und Partner drohen mit dem Ende der Zusammenarbeit, wenn bestimmte Bedingungen nicht erfüllt werden.

Man muss eben das Spiel der Warnungen und der Drohungen beherrschen. Vor allem muss man wissen, wie man es am besten einsetzt. Der effektivste Weg ist, die Konsequenzen auf den jeweiligen Gegner zu verschieben. Sie kennen das vielleicht aus Ihrem letzten Projekt. Wenn Sie mehr Mitarbeiter für Ihr Projekt benötigen, dann sagen Sie nicht zu Ihrem Chef: "Ich brauche unbedingt mehr Mitarbeiter". Sagen Sie ganz einfach: "Wenn Sie wollen, dass das Projekt zum geplanten Termin fertig wird, brauche ich mehr Mitarbeiter". Jetzt liegt die schwere Entscheidung bei Ihrem Chef. Er muss nun den Kopf hinhalten, wenn das Projekt nicht fristgerecht fertig wird. 

Vielleich war der Umgangston in der Politik, in der Wirtschaft und in dem Miteinander der Staaten nicht immer freundlich, jedoch wurde er in den letzten Jahren deutlich negativer.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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