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Der Handel in Frankfurt ist zu Ende. Der Börsenindex DAX hat schon wieder deutlich nachgeben müssen. Am heutigen Tag sind es 1% oder 83 Punkte. Das ist diese Woche das zweite Mal, dass der deutsche Markt stärker nachgibt als vergleichbare Indizes. Während am Montag die Sorgen am Markt schnell wegdiskutiert wurden, trifft es die Anleger nun erneut. Ist der Kursverfall mehr als nur eine vorübergehende Schwäche?

Wer schon mal Abschwünge gesehen hat, der weiß, dass sie immer gleich anfangen. Am Anfang will man sie nicht wahr haben. Der Anleger vermutet, es handele sich nur um eine kurzfristige Korrektur. Er ist es aus der Vergangenheit so gewöhnt. Er denkt, dass der DAX oder das entsprechende Wertpapier schon bald den Weg nach Norden aufnehmen wird. Dem ersten Minustag folgt dann bald ein zweiter. Wenn man sich bis dahin nicht mit einer möglichen Kehrtwende im Markt auseinandergesetzt hat, dann ist jetzt die Zeit gekommen.

Ein Fehler wäre es, sich nur auf die Hoffnung zu verlassen. Hoffnung ist ein schlechter  Ratgeber an der Börse, wie viele Anleger schon schmerzhaft erfahren haben. Es gibt an der Börse kein "ganz sicher". Der Markt wird nicht ganz sicher wieder neue Hochs erklimmen, das weiß man eben nicht. Da kann die EZB auch nicht helfen, auch wenn sie es versprochen hat. Der kleine aber feine Unterschied: Sie hat versprochen, den Euro zu verteidigen. Von Aktienkursen war nie die Rede. An der Börse muss zu jederzeit das Unmögliche für möglich gehalten werden.

Wer hätte gedacht, dass eine Deutsche Telekom, damals sprach man von einer Qualitätsaktie, von über 100 Euro auf unter 10 Euro fällt. Oder das eine Infineon Aktie von 75 Euro auf unter 1 Euro fällt. Oder, dass eine Commerzbank Aktie so deutlich abschmiert. Wohlgemerkt, wir reden hier von Aktien aus dem DAX, es handelt sich nicht um kleine Nebenwerte. Auch wenn man es zu Beginn nicht glaubt, passieren kann so etwas zu jeder Zeit.

Wer Zweifel an seiner aktuellen Positionierung hat, der sollte sich schnell Regeln zurechtlegen, wann er den Markt verlassen will. Es muss eine Regel vorhanden sein, sonst irrt man orientierungslos im Markt herum. Wenn Sie sich auf Ihr Gefühl verlassen, dann sind Sie vielleicht bald verlassen. Gefühl ist ebenfalls ein schlechter Ratgeber, denn der Mensch gewöhnt sich an die fallenden Kurse.

Wer bei 15 Euro nicht verkauft hat und bei 13 definitiv verkauft hätte, der wird bei Erreichen der 13-Euro-Marke noch eine Schippe drauflegen (jetzt ist der Verlust eh schon da) und dem Wertpapier daraufhin noch ein paar Euro Verlust zugestehen. Irgendwann ist es zu spät und der Anleger hängt in dem Wert drin. Die Verluste sind bereits so hoch, dass er nicht mehr verkauft.

Es geht darum, diese kleinen Minustage nicht zu unterschätzen. Jede Lawine beginnt mit einem kleinen Stein. Jede große Welle fängt klein an. Unterschätzen Sie die bisher kleinen Verluste nicht.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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