Indikatoren-Trading

Wenn es um Investitionen geht, dann sind für die Interessenten schlussendlich die Prozente die wichtigste Kennzahl. Sie gieren nach immer höheren Renditen. Das wissen auch die Verkäufer und setzen ihre Produkte daher ins entsprechende Licht. Fonds werben mit prozentualer Wertsteigerung, Immobilienverkäufer auch. Das gelingt auch fast immer, denn der Mensch ist einfach gepolt. Er registriert die Prozentzahl, aber er denkt nicht drüber nach, wie diese zustande gekommen ist.

Fonds arbeiten gerne mit dieser Technik. Man lässt die eigene Rendite besonders schön im Hochglanzprospekt scheinen. Es kommt dabei darauf an, den eigenen Erfolg in das entsprechende Licht zu setzen. Das heißt, ist die Rendite letztes Jahr mau gewesen, dann verlängert man den gezeigten Zeitraum und erhält einen besseren Wert. Andersherum geht das ebenso. Wurde bisher der 5-Jahres-Erfolg ausgewiesen, und die letzten Jahre waren besonders gut, dann ändert man die Darstellungsweise auf 3 Jahre und siehe da, die schlechten Jahre sind wie wegradiert.

Solange der Käufer der Produkte diese Zahlen glaubt und diese nicht hinterfragt, wird diese Vorgehensweise weiter Bestand haben. Es geht immer nur um das Eine. Nämlich um die Prozentzahl, mit der ein Erfolg dargestellt wird. Das ist nicht nur beim Shoppen der Fall, bei dem der Mensch besonders auf die roten Tafeln mit dem Prozentzeichen reagiert.

Ein sehr gutes Beispiel sind die "Erfolge" von Teilnehmern von Börsenspielen. Fast immer ist der Gewinner jemand, der in wenigen Wochen und Monaten aus einem vorgegebenen Betrag 200% und mehr erwirtschaften konnte. Oftmals ist die Rendite noch viel größer, wir wollen hier einen einfachen Wert nehmen. Nun bekommen all die Betrachter dieser "Erfolgsstory" große Augen. Da hat jemand in kurzer Zeit soviel Geld verdient. Das will man auch können. Scheinbar ist das an der Börse möglich, wie eben durch den Teilnehmer des Börsenspieles dargelegt wurde.

Das  Besondere ist das „wie“. Jeder muss bei der Darstellung eines Renditewertes das entsprechende Risiko betrachten. Im Kasino würden sie am Roulettetisch mit einer Chance von 50% auf eine Farbe setzen können. 50% sind schnell verdientes Geld. Man muss sich als Spieler nur im Klaren darüber sein, dass wenn es schief läuft, das Geld weg ist. Wie kommt also der Börsenspieler an dieses Ergebnis?

Der Teilnehmer eines Börsenspiels zockt im hohen Maße. Das muss er auch, damit er die anderen Zocker auf Abstand halten kann. Bei Börsenspielen kauft niemand solide Aktien. Da werden Hebelprodukte angewandt und alles riskiert. Nur wer das macht, kann ein Börsenspiel gewinnen, das muss man wissen. Vor allem muss man wissen, dass niemand sein eigenes Geld einsetzt. Es ist nur virtuell.

Das erklärt auch, warum ein Ergebnis in einem Börsenspiel nicht für den „normalen“ Anleger taugt. Es ist nur ein Spiel. Deshalb ist es besonders wichtig, sich nicht von Prozentzahlen blenden zu lassen. Niemand würde die Strategie anwenden, die in einem Börsenspiel genutzt wurde.

Auch eine Kursverdopplung ist etwas, worauf viele Anleger anspringen. 100% mit einer Aktie zu erwirtschaften ist etwas Tolles. Damit das jedoch klappen kann, muss man sich kleine unscheinbare Aktien auswählen. Wenn die einen neuen Auftrag erhalten oder eine Kooperation vermelden, dann geht der Kurs durch die Decke. Bleibt eine bahnbrechende Meldung aus, dann geht es oftmals in die Pleite und der Anleger geht leer aus. Es kommt also auf das Risiko an.

Achten Sie immer auf die beiden wichtigen Daten Risiko und Rendite, um einen Erfolg bewerten zu können. Lassen Sie sich nicht nur von einer einzelnen Zahl blenden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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