Indikatoren-Trading

Die Krise soll gelöst sein. Das ist dem Bürger nun oft genug eingetrichtert worden. Da wird mit Zauberei Geld erschaffen, ohne dass jemand dafür arbeiten muss. Plötzlich liegt das Geld auf den Konten der Banken und die Probleme sind scheinbar weggewischt. Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Ist es auch nicht, denn das dicke Ende kommt erst noch. Wenn auf diesem Weg Schaden von den Bürgern abgewendet werden könnte, warum leiden dann besonders die Südeuropäer?

Als ein einfaches Beispiel soll hier das System der privaten Krankenkasse dienen. Sie zahlen weniger Krankenkassen Beitrag als jemand, der gesetzlich versichert ist, werden aber gleichzeitig hofiert, bevorzugt behandelt und erhalten eine Rundum-Sorglos-Behandlung. Das kann doch gar nicht funktionieren, mag ein Leser einwerfen. Recht hat er. Weniger bezahlen und mehr erhalten ist nicht logisch. Das wäre so, als würden Sie für den Preis eines Döners in einem Sternerestaurant dinieren. Das kann nicht gehen.

Warum um Himmels willen glaubt dann der Bürger, dass ein Problem, das durch Schuldenmacherei entstanden ist, durch noch mehr Schulden gelöst werden kann? Na, fällt der Groschen? All diejenigen, die jetzt ein Ende der Krise beschwören, bzw. von einer deutlichen Verbesserung der Lage sprechen, wollen in Wirklichkeit die schmerzhaften Folgen des Sich-Gesund-Schrumpfens vermeiden. Somit sind EZB und Politik genötigt, sich mit Mutmache hervorzutun.

Hinzu kommt, dass genau die Zentralbanken eine besondere Rolle bei der Verschleierung der wahren Krisenlage spielen. Sie können ein Problem kurzzeitig in Quarantäne nehmen, indem sie schnell frisches Geld bereitstellen. Das führt dazu, dass der Finanzmarkt in neuem Licht erstrahlt. Die Anleiheauktionen der Staaten funktionieren plötzlich wieder, man spricht von Vertrauen, das zurückgekehrt sein soll. Die Börsen freuen sich ebenso. Aktien steigen, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Laune der Anleger und auch die der Menschen hebt sich. Sie sind wie ausgewechselt.

Hat man es tatsächlich geschafft, sich mit erzaubertem Geld seiner Probleme zu entledigen? Wer jetzt "Nein" sagt, der hat recht. Der Titel dieses Artikels bringt es auf den Punkt: "Das geht doch gar nicht". Bestimmt haben wir auf diesen Umstand schon sehr oft hingewiesen. Das machen wir jetzt erneut, damit der Blick unserer Leser für das Wesentliche nicht verlorengeht.

Es ist wichtig, nicht die Orientierung zu verlieren. Es ist schlicht nicht alles in Ordnung und nichts ist gelöst. Das passt nicht zum Mainstream und klingt vielleicht auch nicht einladend, aber es ist die Realität. Wer sie sehen will, kann sie erkennen.

An das Beispiel der privaten Krankenversicherung wollen wir anknüpfen und uns ansehen, wie die sogenannten Supertarife (wenig bezahlen – viel erhalten) aufrechterhalten werden. Wer privat versichert ist, der kann die kommenden Zeilen bereits erahnen. Die Tarife sind so nicht haltbar. Also müssen die Versicherer fast jährlich die Tarife erhöhen, und das nicht zu knapp. Eine Tariferhöhung um 15%-35% ist die Regel. Sie merken, damit die heile Welt der privaten Krankenversicherung aufrechterhalten werden kann, benötigt sie immer frisches Geld.

Immer mehr Geld kommt dem Leser bekannt vor. Auch derzeit hilft nur das Bereitstellen von immer neuem Geld. Es ist wie bei einem Schneeballsystem, bei dem das neue Geld kurzfristig die alten Verbindlichkeiten tilgt. Es gibt aber keine solide Einnahmengrundlage. Hier hapert es. Werden wir also bis zum Ende unserer Tage Geld drucken müssen?

Keine Sorge, man kann nicht ewig Geld drucken. Da Geld nur ein Stück Papier ist, kommt der Moment, und der ist wohl nicht mehr weit, an dem Menschen, Unternehmen und Staaten das Vertrauen in eine Währung verlieren. Das ist nicht unüblich, wenn man sieht, wie mit den Währungen umgegangen wird.

Es gilt, sich immer wieder vor Augen zu halten: Wir sind nicht auf dem richtigen Weg. Regierungen und Zentralbanken hangeln sich von einer Intensivstation zu nächsten. Von Heilung bisher keine Spur, die Lage ist daher ernst.

Alles das, was bisher unternommen wurde und den Schein einer Krisenbewältigung wahren sollte, ist hilflos und nutzlos. Man überlege nur mit dem gesunden Menschenverstand und der Schleier der angeblichen Krisenbewältigung wird sich lüften. Die logische Erkenntnis: Das kann so gar nicht gehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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