Indikatoren-Trading

Glauben Sie, die Börse ist ein guter Ort? Ein Platz, an dem man Geld verdienen kann, ohne arbeiten zu müssen? Das glauben sehr viele Menschen. Das ist auch der Grund, warum der Strom der Neuen nie ein Ende findet. Die Börse gibt jedem die Chance, aus nichts ein Vermögen zu machen. Doch die Spielregeln sind nicht fair und die Gewinner oft dieselben. Der Grund ist recht einfach. An die Spielregeln wird sich kaum gehalten. Der Gewinner ist derjenige, der zuerst zubeißt

Oftmals glauben Neulinge, die Regeln an der Börse seien klar definiert. Die Spielregeln seien transparent und zur eigenen Beruhigung heißt es noch "der Handel werden überwacht". Der Neuling glaubt, dass dadurch nichts schiefgehen kann. Seine einfache Aufgabenstellung: Er müsse jetzt nur die billigen Aktien kaufen und zu einem teuren Kurs verkaufen. Das klingt zu einfach, um wahr zu sein. Vor allem stellt sich der Anleger vor, dass die Gegenspieler, die anderen Marktteilnehmer, sich an die Regeln halten werden. Das ist jedoch weit gefehlt.

Wer die Chance zu einer Täuschung bekommt, wird sie an der Börse nutzen. Das erste Mal, wo der Anleger ins Grübeln kommt, ist, sobald seine Stopp-Loss-Order abgefischt wird und dann der Markt anfängt zu steigen. Das ist gemein, denkt er sich, und versucht noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Dabei muss man nur auf den Gegenspieler achten, um den Vorgang zu verstehen. Wenn ein Börsenmakler die Möglichkeit hat, mit einem Blick in das Orderbuch entsprechende Kursmarken auszumachen, wo die Kurse in Bewegung geraten, dann wird er zusehen, dass er sich diesen Wissensvorsprung zunutze machen kann.

Früher, als das Orderbuch nur den größeren Anlegern vorbehalten war, konnte man sehr viel Geld mit dem Auslösen von solchen Ereignissen verdienen. Stopp-Marken-Abfischen hieß das Ganze. Zurück blieb ein verdutzter Kleinanleger, der zwar murrte, jedoch konnte er keine absichtliche Handlung beweisen.

Schon bald wollten die Kleinanleger auch einen Blick in die Daten des Orderbuchs werfen. Sie versprachen sich auch einen Vorteil daraus. Sie wollten kaufen, wenn die Aufträge stiegen und verkaufen, wenn die Verkaufsbereitschaft sich erhöhte. Das alles war aus dem Orderbuch abzulesen.

Die Kleinanleger wollten Einblick in das Orderbuch und sie haben ihn bekommen. Nur was man im Orderbuch erkennen kann, ist nicht immer das, wonach es aussieht. Die Spielregeln wurden dennoch von den Großen gemacht, denjenigen nämlich, die das Geld und die Möglichkeiten dafür haben.

So begannen Händler, große Positionen auf die Käuferseite zu stellen, um einen deutlichen Nachfragezuwachs anzudeuten. Die Kleinanleger sahen die neuen Kaufordern im Orderbuch. In der Folge kauften sie diese Aktien in der Hoffnung, dass nun große Käufe den Kurs treiben würden.

Aber weit gefehlt. An der Börse gibt es keinen Ehrenkodex, denn jeder ist um seinen eigenen Vorteil bemüht. Natürlich wird die große Order wieder gestrichen, ohne dass sie zur Ausführung kommt. Den Nachfrageüberhang haben die kleinen Anleger selbst in Bewegung gesetzt, als sie gierig zugegriffen haben. Es ist naheliegend, dass der Täuschende diesen Nachfrageschub initiiert hat, um selbst dann auf der Verkäuferseite aufzutreten. Das ist an der Börse so. 

Es ist ebenso nicht unüblich, große Stückzahlen in viele kleine Aufträge zu stückeln, um den eben erklärten Trick etwas zu verwischen und dennoch Bewegung in einer Aktie anzutäuschen. Auch hier werden am Ende die Aufträge gestrichen, bevor sie zur Ausführung kommen. Das ist unter anderem eine wesentliche Funktion der Handelscomputer. Sie täuschen Aufträge vor, die sie gar nicht beabsichtigen einzulösen. Einziges Ziel ist es, andere Anleger zum Handeln zu animieren. Es kursiert die Annahme, dass ca. 40% der Aufträge an den deutschen Börsen nur erstellt werden, um wieder gelöscht zu werden. Es gibt noch weitere Beispiele, wie Regeln an der Börse umgangen werden.

 


 

Jeder weiß, dass Insiderhandel verboten ist. Jemand erfährt eine kursbewegende Nachricht, noch bevor diese als Meldung für die Allgemeinheit verkündet wird. Das kann ein neuer Auftrag für ein Unternehmen oder der Abgang eines ungeliebten Chefs sein, wie man es bei Schrempp und Daimler verfolgen konnte. Die Kurse steigen, noch bevor die Nachricht veröffentlicht wurde und noch mehr, nachdem sie draußen ist. In den Nachfrageschub lassen sich sehr gut die eigenen Aktien verkaufen. Das ist ein sicherer Gewinn für alle Beteiligten.

Welche Handlung ist für den Kenner der Nachricht naheliegend? Er nutzt diesen Vorteil aus, indem er selbst kauft, was auffällig wäre, oder er lässt über Mittelsmänner kaufen. Ewig lockt eben der schnelle Gewinn. Regeln sind da, um gebrochen zu werden, heißt es in der Umgangssprache treffend. Noch mehr Beispiele?

Jeder kennt die Chinesische Mauer. Die gibt es in Finanzhäusern auch. Sie verläuft zwischen den Händlern eines Hauses und den Analysten des gleichen Unternehmens. Das hat einen Grund. Die linke Hand darf nicht wissen, was die rechte macht. Die Analysten dürfen daher offiziell den Händlern nichts über ihre Arbeit verraten. Nicht, dass die Händler die nächste Empfehlung mitbekommen würden, damit sie sich die kursbewegende Nachricht zunutze machen würden. Nein, sowas soll es nicht geben, wird immer wieder untermalt, seitdem es Vermutungen gibt, die Mauser sei manchmal nicht unüberbrückbar. Es gibt ja Regeln, so sagt man.

Auch nicht aufgeschriebene Regeln werden für den eigenen Profit gerne umgangen. Zum Beispiel ist es verwerflich, auf Nahrungsmittel zu spekulieren. Meinen Sie wirklich, das hält einen Spekulanten davon ab, solche Regeln zu respektieren, wenn er sich dadurch einen Gewinn erhofft? An die Regeln sollen sich die anderen halten, wird dann schnell aus New York oder aus der Londoner City gerufen. Wenn das süße Geld eben ruft, kennen Spekulanten kein Halten. Sollte mal ein Unternehmen „erwischt“ werden und ins Scheinwerferlicht geraten, dann beeilen sich diese, jede Schuld von sich zu weisen. In den Medien und vor der Kamera will man natürlich zu den Guten gehören. Im Scheinwerferlicht verteufelt jeder den Handel mit Nahrungsmitteln. Aktuell hat man es auch auf das Wasser als Renditeobjekt abgesehen. Die Gier kennt leider keine Grenzen.

 


 

Genauso verwerflich ist es, wenn die großen Spieler am Finanzmarkt versuchen, wankende Staaten in die Knie zu zwingen. Es wird dann von "in den Fokus geraten" gesprochen, wenn sich die Heuschrecken versammeln und mit vereinten Kräften auf ein Land stürzen. Mit solch einer  Spekulation lässt sich hervorragend Geld verdienen, wie man aus der Vergangenheit bereits weiß.

An der Börse gilt es, nur äußerlich Haltung zu wahren. Vor allem soll mit Anzug und Krawatte ein Schein des Seriösen dargestellt werden. Der Wolf lauert bekanntlich im Schafspelz. An der Börse haben die kleinen Anleger kaum eine Chance gegen die Großen. Das ist schon immer so gewesen und liegt in der Natur der Sache. Nur weil es gelegentlich ein paar "Gewinner" an der Börse gibt, gilt das natürlich nicht für alle Anleger. Das Prinzip ist vom Lotto abgekupfert. Jede Woche verlieren Millionen Menschen ihren Einsatz, weil sie glauben, sie könnten zu den Gewinnern gehören, denn die gibt es  ja immer wieder. Ein Trugschluss.

Die Großen haben erhebliche Vorteile beim Handel an der Börse. Sie haben die bessere Technik, die besseren Kontakte, das feinere Gespür, mehr Kapital und mehr Möglichkeiten. Vor allem haben sie den Willen, die kleinen Marktteilnehmer ohne Mitleid aufzufressen. Dazu muss man gelegentlich auch Regeln ignorieren. Das machen die Großen gerne, wenn es in der Folge Profite regnet.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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