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Wer sich fragt, warum der Aktienmarkt steigt, der bekommt heute oftmals keine zufriedenstellende Antwort. Er steigt, weil er steigt, heißt es lapidar. Die Hausse nährt die Hausse, sagt man in der Börsensprache. Der Anleger will jedoch einen Grund hören. Die Nachrichten sind es, die ihn zufriedenstellen. Nur zum Anstieg passende, die gibt es nicht. Außer, dass es billiges Geld gibt, das die Märkte treibt. Nur wohin? Vielleicht an den Rand der Klippe?

Die Indizes drängen auch am heutigen Tag nach oben, die Anleger lösen sich aus dem Stillstand der letzten Tage. Es fühlt sich für die Marktteilnehmer wie eine Erlösung an. Nach oben immer weiter hoch ist der Drang, dem derzeit gerne nachgegeben wird. Es ist eben auch in Mode, an der Börse dabei zu sein. Wer kann, will Aktien kaufen, wer zögert, kommt zu spät. Wer nachdenkt, verliert den Anschluss. Warum also über den Anstieg grübeln, wenn es doch auch ohne Hirn geht?

Es ist eine Charakteristik von Aktienblasen, dass die Beteiligten nicht wissen, warum die Kurse steigen. Die meisten verfolgen den Anstieg ungläubig. Je länger sie warten, umso weiter steigen die Kurse. In der Folge kommt jeder Betrachter in Zugzwang. Der Druck wird größer. Denn man selbst hat sein Geld auf dem Tagesgeldkonto zu mickrigen Zinsen liegen und der Kollege oder der Nachbar freut sich über hohe zweistellige Renditen am Aktienmarkt. Geht es Ihnen auch so?

Der fortwährende Anstieg an den Börsen kommt daher, dass eben die meisten Beobachter auf eine Korrektur warten. Die Kurse sollen fallen, damit man selbst eine Einstiegsgelegenheit auf dem Silbertablett erhält. Die kommt jedoch nicht. Ganz im Gegenteil, viele Anleger, das sind nicht nur die Kleinanleger, sondern auch einige große Investoren, sitzen wie auf glühenden Kohlen und wollen in den Markt, der ihnen davon rennt.

Mit jedem Tag steigt der Druck auf die Wartenden. Die Kurse wollen einfach nicht fallen. Es kommt nicht zu nachgebenden Notierungen. Der DAX klebt an seinem erklommenen Niveau. Die einzige Richtung, in die der Index drückt, ist nach Norden. Jetzt ist es nur eine Frage der Zeit, wer zuerst die Nerven verliert. Die Anleger an der Seitenlinie halten es bald nicht mehr aus, dass die Kurse auf ihrer Watchlist immer höhere Werte erklimmen und man noch immer zögert.

Erst langsam, dann immer schneller beginnen die wartenden Anleger ihre bisherige Haltung aufzugeben. Sie springen in den Markt, indem sie ihre Aktien kaufen. Dabei geht es gar nicht mehr um billig oder teuer, sondern nur noch um das Dabeisein. Das schnelle Geld ruft. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn in diesem Moment geht es nicht mehr um Investition, sondern um Zockerei.

Als Beispiel soll hier der DAX-Wert Infineon genannt werden. Kursanstieg in vier Monaten: satte 35%. Da hält keine andere Anlage mit.

Also wird nicht mehr viel überlegt, sondern gehandelt. Diesen Schritt machen im Laufe der Zeit immer mehr Anleger. Das führt in der Folge zu solch unnatürlichen Kursbewegungen, wie man sie seit dem Ende des letzten Jahres verfolgen kann. Der DAX steigt unaufhörlich. Jeder neue Käufer hievt die Kurse weiter hoch. Die Aktien kennen nur noch eine Richtung.

Der Betrachter bekommt den Eindruck, der Index werde nie wieder fallen. Wenn dieses Umfeld geschaffen wird, dann ist der Verstand der meisten Anleger benebelt. Das soll auch so sein, denn wer die Orientierung verloren hat, wird nicht den Zeitpunkt des Ausstiegs erkennen können.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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