Indikatoren-Trading

Hoppla, das Jahr 2013 geht ganz schön holprig los. Obwohl der Aktienmarkt vor Freude fast platzt, sieht das bei den Unternehmens- und Branchenzahlen gar nicht gut aus. Diese wussten bestimmt, warum sie schon seit geraumer Zeit auf die Kostenbremse treten. Das ist bei den Aktionären noch nicht angekommen. Besonders Bauschmerzen machen die nun gemeldeten Zahlen für das neue Jahr. Die sind "überraschenderweise" negativ oder „schlechter als gedacht“. Da wundert sich nicht nur der Betrachter.

Alle Blätter konzentrieren sich seit gestern auf den Milliardenverlust der Deutschen Bank. Zwei Milliarden Euro Verlust allein im vierten Quartal 2012. Um genau zu sein, es sind 2,15 Milliarden Minus nach Steuern. Das Besondere sind hier die Analysten, die haben nämlich der Bank genau auf die Finger geschaut und wussten, was im Unternehmen so passiert. Leider lagen deren Prognosen überraschenderweise deutlich stark daneben. Die Analysten hatten mit nur einem geringen Verlust von 0,3-0,4 Millionen Euro gerechnet. Ups.

Aber alles halb so schlimm, man ist gewillt, gute Miene zu machen, denn die Dividende soll gleich hoch bleiben. Na, wenn die Dividende nicht gekürzt wird, trotz geringer Einnahmen, dann ist die Welt noch in Ordnung.

Ein ebenso imposantes Beispiel sind die Zahlen zum Einzelhandelsumsatz. Das ist die Branche, die Anfang Dezember noch von "Konsumlaune der Deutschen" gesprochen hat. Sie hat ein „besonders tolles Weihnachtsgeschäft“ erwartet. Man wurde einfach nicht müde, Lobeshymnen zu singen. Ein Schelm, wer glaubt, dass sei reine Mutmache gewesen, um die Menschen zum Kauf zu animieren. Denn die Lage ist offensichtlich.

Die Leute haben einfach weniger Geld. Es reicht ja meist vorne und hinten nicht. Diejenigen, die in Arbeit sind, haben Angst vor einem Jobverlust und sparen. Diejenigen, die in einer geringbezahlten Tätigkeit sind (das sind in der Summe fast 8 Millionen Menschen), die haben sowieso nichts auszugeben. Wer etwas hat, der legt es zur Seite für schwere Zeiten. Wie kann man in solch einem Umfeld ein "Bombengeschäft" im Einzelhandel erwarten?

Nun gut, zu den Zahlen. Der Einzelhandelsumsatz in Deutschland ist im Dezember 2012 um 1,7% zurückgegangen. Aber es kommt noch besser. Die Volkswirte haben sich anscheinend nur leicht vertan. Sie hatten mit einem Minus von -0,1% gerechnet gehabt. Ups.

Dass die Zahlen so nach unten drehen, das konnte natürlich nicht angenommen werden. Da muss man einfach überrascht sein.

Einen weiteren Überraschungseffekt der besonderen Art gab es bereits vorgestern, als die Zahlen zur Wirtschaftsleistung der USA im vierten Quartal 2012 gemeldet wurden. Es wurde von den Volkswirten ein Plus von 1,2% errechnet. Das kommt daher, dass ja das Schlimmste nun hinter den USA liegen soll und es nun aufwärts gehen sollte. Nun zum tatsächlichen Ergebnis: Minus 0,1%. Ups.

Kurze Info: Die USA haben 314 Millionen Einwohner, wovon 47 Millionen Menschen auf Lebensmittelmarken (Food Stamps) angewiesen sind. Ein Armutszeugnis. Aber gut, Hauptsache, die Börsen steigen ordentlich an der Wallstreet. Das ist nämlich in den USA das Maß der Dinge.

Diese drei UPS in nur 24 Stunden zeigen, wie überraschend das Jahr 2013 für uns alle werden kann. Glauben Sie nur Ihren eigenen Schlussfolgerungen, damit fahren Sie am besten. In diesem Sinne: Lassen wir uns überraschen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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