Buchtipp

An der Börse freut sich derjenige, der Gewinne erwirtschaftet. Das ist ganz einfach. Dabei ist es unerheblich, wie er zu dem Profit gekommen ist oder wie die Rahmendaten am Markt interpretiert werden. Sie werden niemanden finden, der sich wirklich Sorgen macht, das z.B. die Eurokrise nicht gelöst würde oder dass es nun zu einem Währungskrieg unter den Ländern komme. Was soll die Sorge, wird der Anleger denken, solange mein Deport ordentlich grünt, ist alles in Ordnung. Denn darauf kommt es an der Börse an. Nur wenn es mit den Pluszeichen nicht klappt, dann fangen die Schuldzuweisungen an. Der DAX jedoch kann nichts dafür.

Da sind diejenigen Anleger, die einen Zusammenhang zwischen der Realität und den Geschehnissen an der Börse suchen. Die Formel lautet: Wenn das passiert, dann muss der Markt so reagieren. Leider kommt das im kurzfristigen Fenster nicht vor und so verweilt der Anleger in seiner Denke. Nur zu einem positiven Ergebnis führt das Warten eben nicht. Wer nicht investiert, der hat schon verloren, haben wir in einem früheren Artikel schon einmal geschrieben. Man muss irgendwann ein Risiko eingehen und wir werden entweder belohnt oder mit Verlusten gestraft. So funktioniert die Börse.

Dann gibt es diejenigen, die den Anstieg im Index geshortet haben. Das sind besonders (mental) starke Marktteilnehmer, die wirklich viel Verlust einstecken können. Dabei ist dieses Verhalten nicht einmal direkt dem Trader anzulasten, sondern der menschlichen Psyche. Stellen Sie sich vor, Sie finden etwas für 2 Euro günstig. Wenn das gleiche Produkt 90 Cent kostet, dann will das Schnäppchenherz zuschlagen. Das macht es dann auch und der nächste Verlust ist vorprogrammiert. Auf den DAX umgemünzt heißt das, wenn der Index bei 6500 Punkten überbewertet war, dann ist er bei 7000 definitiv überteuert. Je weiter der Markt steigt, umso verhängnisvoller wird das Leid des Traders.

Sobald die Verluste überhandnehmen, wird schnell nach einem Schuldigen gesucht. Dieser ist oftmals der Markt, der in den Augen des Betroffenen nicht weiß, was er tut. Oder es sind die anderen Markteilnehmer, die in ihr Verderben rennen. Immer sind die anderen schuld, man selbst ist da außen vor. Warum eigentlich, möchte man fragen?

Wir haben gesagt, derjenige, der Gewinne erzielt, der hat alles richtig gemacht. Der Markt hat recht. Wer dem Markt ohne Wenn und Aber folgen kann, der ist auf der richtigen Seite des Börsenlebens. Er kann seine Profite summieren. Doch so einfach ist es eben nicht. Denn es gibt keinen Leitplan, wie die Börse zu funktionieren hat.

An der Börse gibt es zu jedem Ereignis, zu jeder Bewegung einen schlauen Rat. Wie man es als Anleger jedoch macht, macht man es falsch. Verkauft ein Investor schnell, nachdem er einen Gewinn erzielen konnte, und steigt dann der Kurs seiner ehemaligen Aktie weiter, dann hält man ihm vor, er habe seine Gewinne nicht laufen lassen und das hätte er nun davon. Sie kennen das bestimmt.

Kaum machen Sie es anders und lassen Ihren zwischenzeitlichen Gewinn an der langen Leine, dann dreht der Markt plötzlich und der Gewinn schmilzt schon bald wieder dahin. Also war diese Strategie auch nicht richtig. Wenn Sie jetzt auch noch einen Tradingfreund haben, der Ihnen auf die Nerven gehen will, dann wird der sagen: "Das war deine Gier, hättet du doch verkauft, als du noch im Plus warst". Es ist zum aus der Haut fahren.

Sie sehen, die Sache mit dem Handel an der Börse ist kompliziert. Er geht öfter schief, als es den Anlegern lieb ist. So ist es auch mit dem aktuellen Verlauf am Aktienmarkt. Gefühlt weiß jeder, dass der Aktienmarkt auf wackligen Füssen steht. Es gibt genug Gründe, warum der Markt fallen müsste. Das muss er aber bereits seit Monaten und macht es eben nicht. Jeder, der nicht beim bisherigen Anstieg dabei war, der braucht jetzt nicht schimpfen. Jeder Anleger hätte sich auch positionieren können, er hätte ja mitmachen können und an dem Anstieg verdienen können. Das stand ihm frei. Hat er aber nicht. Jetzt einen anderen Schuldigen zu suchen als sich selbst, wäre falsch.  Der Markt kann nichts dafür, wirklich nicht.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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