Indikatoren-Trading

Wer sich am Herd bereits die Finger verbrannt hat, der wird sich hüten, noch einmal hinzulangen. So sieht im Moment der DAX-Verlauf aus. Der Index hat sich schon zweimal in der Vergangenheit  an der 8000er Marke ordentlich verbrannt. Und jedes Mal ist der DAX mit Schreck zurückgezuckt. Die Anleger wissen, was auf sie zukommt, wenn sie den nächsten Kontakt mit der magischen Marke wagen. Es wird weh tun und davor haben die Anleger Angst.

Fallen will der Aktienmarkt derzeit nicht. Zu sehr hat er sich gemüht, sich an die 8000-Punkte-Marke anzunähern. Jetzt, kurz vor dem Ziel, will kein Anleger aufgeben. Auf der anderen Seite wissen die Meisten, was sie erwartet, zumindest für den Erstkontakt. Dieser wird mit aller Wahrscheinlichkeit ein schreckhafter Rückschlag sein. Einfach, weil alle Marktteilnehmer glauben, dass an dieser wichtigen Marke erst einmal Schluss mit dem Anstieg ist. Sie hat ja ihre Widerstandskraft bereits deutlich unter Beweis gestellt.

Und weil alle Anleger das Gleiche glauben, passieren Dinge an der Börse. Bei 8000 Punkten wollen alle erst einmal verkaufen. Im Kopf des Anlegers ist dieser Punkt somit fest verankert. Nun ist es so: In die fallenden Kurse hineinzuverkaufen sollte niemand wollen. Das kostet meist wichtige Punkte, weil man mit der Masse verkauft und dabei etwas zu spät kommt. Besser ist natürlich, schlauer als die anderen zu sein und eben nicht noch die letzten 150 Punkte mitzunehmen. Wer kann und will, versucht schon jetzt bei Kursen um 7850 Punkte, seine Anteile loszuwerden.

Das wäre ein sinnvoller Grund, warum der DAX derzeit nicht mehr vorwärtskommt. Die Verkäufe nehmen zu, während die Käufer abnehmen. Es ist eine erprobte Strategie in steigende Kurse hineinzuverkaufen, anstatt den letzten Tropfen mitnehmen zu wollen. Nicht überraschend ist, dass die Großanleger zu der ersten Gruppe gehören und die Kleinanleger zu der Zweiten. Die meist privaten Anleger erfreuen sich an magischen Zahlen besonders gerne, obwohl die Zahl an sich nur vier Nummern sind.

Die Anlegergemeinde ist gespalten. Manche hoffen auf ein Überwinden dieser Marke, denn das würde neue Kräfte freisetzen. Vor allem wäre eine Unmenge an Marktteilnehmern auf dem falschen Fuß erwischt. Es würde zu Noteindeckungen kommen und die Kurse weiter treiben.

Andere Markteilnehmer haben Sorge, dass die Kraft wieder einmal nicht reichen wird, um die 8000 Punkte zu erklimmen. Die Folgen wären sehr unangenehm. Bei seinem ersten Kontakt im Jahre 2000, das war am Ende der Neuer-Markt-Blase, verlor der DAX innerhalb kürzester Zeit 70% an Wert. Bei seinem zweiten Kontakt im Jahre 2007, das war kurz vor Ausbruch der Finanzkrise, verlor der DAX innerhalb kurzer Zeit 50% an Wert. Die 8000-Punkte-Marke hat es in sich.

Wer kann, versucht rechtzeitig auszusteigen, denn die Sorge der Anleger vor dieser wichtigen Marke scheint berechtigt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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