Signalservice

Dieses Jahr ist Wahljahr und plötzlich gerät der Wähler in den Fokus der Parteien. Woher kommt dieser Sinneswandel? Glauben die Parteien wirklich, dass sich der Bürger durch den Schmusekurs auf der Zielgeraden blenden lassen wird? Womöglich ja, denn es funktioniert doch alle Jahre wieder. Jede Partei, die Steuererleichterungen und andere Wohltaten verspricht, wird vom Wähler attraktiver wahrgenommen. Ist der Wähler so leicht zu manipulieren?

In den letzten drei Jahren hat man sich in der politischen Bundesrepublik gar nicht so sehr um seine Bürger gekümmert. Man hat über Stuttgart 21 gestritten und viel über den Berliner Flughafen diskutiert. Von Zuhören und die Meinung des Volkes zu berücksichtigen war nie die Rede. Alternativlos wurden Schecks an die EU ausgestellt und für noch höhe Beträge gebürgt. Das alles natürlich, ohne den Bürger zu fragen. So wichtig kann die Meinung des Volkes nicht sein, hatte man das Gefühl.

Und jetzt? Ein dreiviertel Jahr vor der Wahl wollen die Parteien auf die Bürger zugehen. Sie wollen wieder sozialer in diesem Land sein. Wo bitte wart ihr eigentlich, als das Land in die falsche Richtung ging, müsste der Bürger erwidern. Kann er aber nicht, denn die Kommunikation zwischen Partei und dem niederen Volk ist einseitig. Die Partei darf reden, der kleine Bürger muss zuhören. Umso verwunderlicher ist, dass der Mensch nun so begehrt ist.

Wo gestern kein Geld war, sprudelt es nun überraschenderweise vor Möglichkeiten, die man dem Bürger wohlwollend zukommen lassen will. „Erkennt denn der Bürger dieses billige Schauspiel nicht?“, will man sofort fragen. Ist es denn für die Parteien so einfach, das Wahlvolk um den Finger zu wickeln? Obwohl sich die Menschen im Jahre 2013 als fortgeschritten geben, verhalten sie sich wie im Steinzeitalter. Das Wasser läuft ihnen im Mund zusammen, wenn man ihnen eine Wurst hinhält.

So beeilen sich aktuell die Grünen und die SPD viel davon zu verteilen, was sie nicht haben. Nämlich Geld. Worte jedoch kosten nichts, wie man schon aus dem Debakel der FDP bei der letzten Bundestagswahl weiß. „Mehr netto vom brutto“ war plötzlich vergessen, sobald man gewählt wurde. Die Wahlbürger haben der FDP dieses Versprechen geglaubt und wurden für dieses blinde Vertrauen enttäuscht. Ist es nun so einfach, den Wähler mit dem gleichen Trick erneut an der Nase herumzuführen?

Offensichtlich ja. Die SPD fordert Mindestlöhne, nachdem sie es selbst war, die die Menschen in gering bezahlte Tätigkeiten gedrängt hat. Die CDU will nun eine Ökostrombremse einführen, um die Strompreiserhöhungen zu deckeln, nachdem sie in den letzten Jahren zu diesem Thema nichts gesagt hat und die Erhöhungen durchgewunken hat. Der Trick funktioniert folgendermaßen: Ein Kaufmann verkauft Ihnen ein Produkt für 20 Euro mehr als dem üblichen Verkaufspreis, um Ihnen dann wohlwollend mit einem Rabatt von 10 Euro entgegenzukommen. Merkt der Wahlbürger diesen Trick nicht? 

Auch in der Vergangenheit wurde gerne versprochen. Sie erinnern sich: Kanzler Kohl versprach blühende Landschaften im Osten Deutschlands. Die damalige Regierung versprach, den Solidaritätszuschlag nur für kurze Zeit einzuführen. All das hat sich nie bewahrheitet.

Man sagt, die Anleger an der Börse sind wie Schafe. Sie folgen demjenigen, der am lautesten klingelt. Das scheint auch für die Wahlbürger zu gelten. Sie lassen sich locken und fallen auf die einfachsten Täuschungsmanöver der Parteien herein.

Es fällt schwer zu glauben, dass sich der entwickelte Wahlbürger sich so einfach täuschen lässt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This