Buchtipp

Das Gerede um Inflation wird immer lauter. Die meisten Experten sind sich einig, dass die Geldflut der Zentralbanken den Wert der Währungen ruinieren wird. Mit der Folge, dass die Ersparnisse der Bürger an Wert verlieren werden. Das ist ein gewollter Nebeneffekt, denn die Schulden des Staates schmelzen dabei auch ganz von selbst dahin. Soweit soll es aber nach Meinung von Zentralbänkern nicht kommen. Sie werden keine starke Inflation zulassen, sagen sie jedenfalls.

Erst am Wochenende verkündete der Anleihemanager von Pimco, Bill Gross, in einem Interview für die Welt am Sonntag, dass er davon ausgeht, dass die Inflation zunehmen muss. Das sagt der Mann nun nicht erst seit gestern. Er sieht die Nationen bereits in einem Währungskrieg und warnt: Inflationsgefahren sollten im Auge behalten werden.

Gleichzeit gibt es immer wieder Experten, nennen wir sie Gegenspieler, die vielleicht aus beruflichen Gründen die Inflationsgefahr herunterreden müssen. So einer ist zum Beispiel Jörg Asmussen, seines Zeichens EZB Mitglied. Er wird nicht müde, dunkle Wolken am Inflationshimmel wegzureden. Er sagte in einem Interview mit SPON, dass es für die EZB derzeit keine Anzeichen von Inflationsrisiken gebe. Zudem sei die EZB sehr wachsam und werde sofort im Fall der Fälle einschreiten, um das Geld wieder einzusammeln. Dadurch wäre die Inflationsgefahr gebannt.

Das klingt nach einem Versprechen. Nur wie soll das gehen? Werden die EZB Mitglieder von ihrem Turm herunterrufen und sich das viele Geld, dass sie unter die Banken gebracht haben, wiedergeben lassen? Jeder weiss, wie das mit verliehenem Geld ist. Manchmal hat sich der Geldleiher etwas dafür gekauft und weg ist das Geld. So einfach wie die Experten, die ein Inflationsrisiko auf jeden Fall herunterreden wollen, ist das Einsammeln des Geldes nicht.

Hinzu kommt das Problem des richtigen Zeitpunkts. Sagen wir die tolerierte Inflationsmarke ist 2%. Steigt die Inflation nun auf 2,2%, werden dann in Frankfurt im EZB-Turm die Alarmglocken läuten? Wird man dann sofort handeln? Oder drückt man vielleicht erst mal ein Auge zu, weil gerade in diesem Jahr Wahljahr in Deutschland ist?

Möglicherweise steigen zusammen mit der Inflation die Konjunkturdaten. Darf und sollte die EZB eine gerade erst wachsende Wirtschaft mit einem zu vorschnellen Kappen der Liquidität wieder abwürgen? Möglicherweise wird sie das nicht tun wollen, denn in Konsequenz wäre nämlich ein erneutes Abrutschen in die Rezession das Ergebnis. Also lässt man die Inflation an der langen Leine. Man drückt ein Auge zu, egal was man bis dahin gesagt hatte. 

Ein Versprechen der EZB oder eines ihrer Mitglieder ist nicht in Stein gemeißelt. Was heute gut gemeint ist, muss am Ende nicht gut sein. Wo heute gute Absicht dahinter steckt, wird sich diese am Ende vielleicht nicht umsetzen lassen können. Abschließend soll noch daran erinnert werden, dass es die EZB auch in der Vergangenheit, nämlich im Verlauf der Schuldenkrise, nicht immer so genau mit ihren Versprechen genommen hat. Man denke nur an die vielen Sicherheiten, die sie akzeptiert hat, obwohl das nicht erlaubt war.

Die Zeichen, dass die EZB eine Inflation vermeiden kann und wird, stehen schlecht.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading team

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