Buchtipp

Die Schwerter sind geschliffen und die Kanonen sind bereit. Es wird zum großen Krieg zwischen den Währungen geblasen. Japan soll sich mit der künstlichen Absenkung seiner Währung Yen einen Vorteil im globalen Wettbewerb erkämpfen. Nun würden sich die anderen Nationen das nicht gefallen lassen und ebenso zu abwertenden Maßnahmen greifen. Erneut wird hier ein Fehler begangen, der in einer globalen Inflation sein Ziel finden wird, denn das Problem ist gar nicht die Währung

Wer im Studium oder in der Schule im Fach Wirtschaftswissenschaften gut aufgepasst hat, der weiß (in der Theorie jedenfalls), dass sich ein Land einen Vorteil im internationalen Wettbewerb erringen kann, wenn es eine günstigere Währung hat als die Konkurrenz. Die Produkte des jeweiligen Landes sind dann auf dem Weltmarkt günstiger. Das ist die gelehrte Meinung. So will Japan den Wert seiner Währung drücken, indem es viel frisches Geld druckt.

Auch wenn in den Medien der Beginn eines Währungskrieges den Japanern angelastet wird, dann ist das nicht ganz richtig. Japan ist das Land, dass sich offen zu seiner Abwertungsmaßnahme bekennt. Tatsächlich haben die USA und Europa ebenfalls angefangenen, den Markt mit billigem Geld zu fluten. Diese beiden machen das aber unter dem Deckmantel der Krisenbekämpfung. Die wichtige Frage aus der ganzen Währungsdiskussion ist folgende: Was bringt dieser Krieg überhaupt?

Es ist ein globaler Denkfehler, dass eine günstigere Währung besser sein soll als eine starke. Allein schon der Blick auf die deutsche Wirtschaft zeigt, dass diese Argumentation nicht zutrifft. Deutschland hat nie die "billigste" Währung gehabt und blühte in der Vergangenheit trotzdem. Es kommt also nicht auf "billig" an, sondern auf Qualität. Deutsche Produkte werden fast zu jedem Preis gekauft, da die Güter ihr Geld wert sind.

Die Käufer kaufen also nicht wegen des Preises, denn dann würden die Konsumenten Autos aus Frankreich oder aus Italien kaufen, da diese billiger sind. Trotzdem wird in den Medien erzählt, wenn man die Währung nur tief genug abwerten würde, dann würden sich für jede Nation blühende Landschaften erschließen. Das ist schlichtweg falsch.

Auch ist der Weg der Vorteilsbeschaffung durch eine Abwertung der eigenen Währung ein kurzfristiger. Es gibt immer ein anderes Land, das eine noch billigere Währung hat, und dann? Dann bliebt nicht anderes übrig, als noch billiger zu werden. Darauf reagiert die Konkurrenz und wertet auch noch einmal ab, so dass alle Nationen ihre Währung mit eigenen Händen "wertlos" machen.

Was ist ein besserer Weg? Anstatt Geld auszugeben, um die Währung wertloser zu machen, sollten die Nationen zusehen, dass sie die Qualität ihres Standortes verbessern. Eine verbesserte Infrastruktur und vor allem eine gebildetere Gesellschaft wären gute Ansätze. Wenn Menschen mehr wissen, dann sind sie begehrter für wichtige Investitionen. Kein Unternehmen stellt ein Bürogebäude in ein Land, wo es keine Arbeitskräfte gibt, die die entsprechenden Aufgaben übernehmen können. Wer nur mit billig wirbt, der bekommt auch nur billige Arbeit. Auf lange Sicht ist alles Billige austauschbar. Einen Vorteil hat ein Staat also durch diesen Weg nicht.

Noch ein Punkt wird in der aktuellen Diskussion außer Acht gelassen: Billiges Geld löst kein Problem. Es mag in der Vergangenheit oder in der Schultheorie einen Sinn gemacht haben, aber heute kann man keine Wirtschaft wieder auf die Beine stellen, indem man sie mit Geld vollpumpt. Siehe USA oder Europa. Die Schuldenkrise ist nicht gelöst worden.

Aktuell zeigt jeder mit dem Finger auf Japan. Aber auch Japan kommt mit seiner Art der Krisenbekämpfung nicht auf die Füße. Seit 20 Jahren pumpt das Land Geld in das System und was ist daraus geworden? Das Land leidet immer noch.

Die Medien werden nicht müde einen Währungskrieg auszurufen. Es liegt jedoch nicht an einer schwachen Währung, ob ein Land erfolgreich ist oder nicht.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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