Indikatoren-Trading

Anleger an der Börse wussten bereits vor der Veröffentlichung der gestrigen Zahlen, dass das Unternehmen sehr hoch bewertet ist. Die Frage für die gebannten Zahlenjünger war nun, ob es dem Unternehmen gelingen würde, noch eine Schippe drauf zu legen. Die Quadratur des Kreises ist dem Unternehmen nicht gelungen. Die Shareholder waren unzufrieden und die Analysten enttäuscht. Die Aktionäre fingen sogleich an zu heulen, weil ihr schillerndes Unternehmen gerade an Glanz verliert.

Wer Apple kennt, weiß, dass es viel um den Schein geht. Dem Unternehmen geht es besonders darum, sich von der Konkurrenz deutlich abzuheben. Man will das teuerste Produkt im Angebot haben und das coolste natürlich. Dafür ist keine Werbekampagne zu teuer. Die Appleprodukte haben z. B. weiße Kabel, die Konkurrenz dunkle. Die Apple-Kunden wollen sich ebenfalls absetzen. Sie wollen zeigen, was sie sich etwas teures und gutes leisten können. Sie wollen dazugehören und sich im Licht des glänzenden Unternehmens aus Kalifornien sonnen. Was aber, wenn der Schein zu verblassen beginnt?

Denn unterm Strich macht Apple genauso Multimediageräte wie andere Hersteller auch. Logischerweise ist jeder Markt irgendwann einmal gesättigt. Warum das seit gestern Abend eine Überraschung sein soll, wissen nur die Analysten (oder eben nicht). Diese hatten mit mehr gerechnet. Und das, obwohl das Unternehmen schon so viele Smartphones verkauft hat wie nie zuvor. Trotzdem hat das Unternehmen die zu hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Das wurde am Verlauf des Aktienkurses festgemacht, dieser gab sofort nach. 

Schon dieser Schritt zeigt, wie wenig der Aktienmarkt mit der Realität zu tun hat. Preise steigen und fallen in der kurzfristigen Betrachtung nicht, weil sich etwas mit dem Unternehmen verändert hat, sondern einfach, weil Anleger aus undefinierten Gründen (z. B. Hoffnung oder Frust) handeln. Immer wenn ein Preis einer Aktie zustande kommt, dann ist das die Bewertung für den Moment. Nichts anderes. In der nächsten Sekunde ändert sich das wieder.

Schon die Interpretation des nachbörslichen Aktienkurses war für die Füße. Das Unternehmen hatte als Folge der schwachen Zahlen  10% Kursverlust einstecken müssen. Die schreibende Zunft beeilte sich zu untermalen, dass das Technologieunternehmen sogleich um 50 Milliarden Dollar an Wert verloren hat. Was soll diese Aussage überhaupt bringen, was sagt sie aus? Nichts, liebe Leser. Es ist nur Teil des Scheins.

Es sollte gestern Abend um das Unternehmen gehen, jetzt diskutiert die Welt über den Aktienkurs und wie der Handel an der Nasdaq verlaufen wird. Weil die Hoffnungen (Achtung wieder Schein) der Analysten und der Anleger nicht erfüllt wurden, schmierte der Aktienkurs ab, und das trotz eines hervorragenden Ergebnisses. Unternehmen und Belegschaft sind nämlich zufrieden.

Niemand kommt auf die Idee zu hinterfragen, warum der Aktienkurs überhaupt auf solch schwindelerregende Höhen geklettert ist. Wären die Anleger nicht bereit gewesen, soviel Geld für eine Apple-Aktie auf den Tisch zu legen, dann wäre der Kurs nicht so hoch gestiegen, die Analysten hätten nichts zu meckern gehabt und alle hätten einen ruhigeren Schlaf.

Aber so ist das mit den Apple-"Fans". Es ist nicht nur angesagt ein Apple-Produkt sein eigen zu nennen, sondern eben auch cool, Apple Aktien zu besitzen. Koste es, was es wolle. Man wollte auch am Finanzmarkt nahe an Apple dran sein, also muss man auch mit Enttäuschungen leben. Wirklich Wichtiges ist zwischen gestern und heute nicht passiert.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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