Buchtipp

Normalerweise sagt man, Börsen seien besonders sensibel. Jede Art von schlechten Nachrichten wird mit einem Schrecken quittiert und Aktien sofort abgestoßen. Der Aktionär ist ein besonders vorsichtiges Lebewesen. Ganz unverständlich ist daher die Reaktion der Marktteilnehmer auf die neuen Daten aus Spanien, nämlich keine. Nicht bediente Kredite haben einen Rekordstand erreicht. Das müsste Sorgenfalten hervorrufen, tut es aber nicht. Kommt Ihnen das nicht auch spanisch vor?

Entweder der Finanzmarkt ist sensibel oder er ist es nicht. Aber sensibel sein und sich die Rosinen aus den täglichen Nachrichten picken ist ein wenig illusorisch. Wie der erfahrene Anleger bereits weiß, gibt es jedoch auch Phasen, an denen Marktakteure „blind“ vor Gier sind. Dies wäre auch jetzt der Fall. Damit fügt sich wieder ein Puzzleteil in das Bild, dass die Börsen im Übertreibungsmodus sind. Wären sie es nicht, hätten die europäischen Börsen empfindlicher auf diese Nachricht reagieren müssen.

Wie in dem Artikel "Börse: Das Kartenhaus wird umfallen müssen" aufgegriffen wurde, befinden sich die Anleger derzeit in einem "doppeltes Netz"-Modus. Sie wähnen ihre Käufe als ganz sicher. Scheinbar kann keine Meldung dem Aktienmarkt etwas anhaben. Auch nicht die der faulen Kredite aus Spanien. Faul werden die Kredite der Banken, wenn ein Kreditnehmer seine Schulden seit drei Monaten nicht bezahlt hat.

Was berichtet also die spanische Zentralbank?  Sie sagt, die übelriechenden Kredite seien weiter in die Höhe geschossen und das schon seit 17 Monaten. Am Gesamtkreditvolumen gemessen seien das 11,38% und beliefen sich auf 191,63 Milliarden Euro.

Bei solchen Nachrichten müssten Börsianer nervös werden, auch wenn sich die Akteure in den letzten Jahren an die Milliardenbeträge gewöhnt haben. Es gibt bisher auch kein Zeichen von Hoffnung, dass sich die faulen Kredite verringern würden. Wie auch bei Rekordarbeitslosigkeit und Wirtschaftsrezession. Die spanische Zentralbank wird wohl noch weitere "faule" Nachrichten kommunizieren müssen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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