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Der amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke hat sich am Montag zum Kurs der FED geäußert. Obwohl er Woche für Woche neue Mengen an Geldern druckt und damit seit Jahren für eine wahre Flutung an den Märkten sorgt, kann er einfach keine Inflationsgefahr erkennen. Er überhört stets die Warnungen, die an ihn herangetragen werden. Bernanke will die Krise auf seine Weise lösen. Kollateralschäden nimmt er dabei in Kauf.

Der Mann hat die große Depression in den 20ern erforscht und die Sorge wegen einer massiven Geldentwertung müsste berechtigt sein. Er will jedoch nichts davon hören. Im Original sagte er an der Uni Michigan: “I don’t believe significant inflation is going to be the result of any of this” "Ich glaube nicht, dass eine nennenswerte Inflation daraus folgen wird". Bernanke sagt, die Maßnahmen der FED seien nicht inflationär.

Gelddrucken führt zu Geldentwertung. Da kann Bernanke die Augen verschließen und sich die Welt wie ein kleines Kind schön vorstellen, das ist aber nicht der Fall. Er selbst stört sich auch nicht an der Folgewirkung der immensen Liquidität. Nach seiner Ausarbeitung zur großen Depression wurde zu schnell gespart und damit das Geld im Umlauf verknappt, damit erst wurde die große Depression in ihrem Ausmaß so stark. Die Lösung Bernankes: die Geldzufuhr an die Wirtschaft hätte nicht gekappt werden dürfen, im Gegenteil, je mehr Geld bereitgestellt worden wäre, umso besser.

Diese Strategie verfolgt Bernanke jetzt schon seit Jahren. Jegliche Form des Risikohinweises, dass seine Maßnahmen die Währung Dollar zugrunde richten könnten, oder das Land unter einer starken Teuerung leiden werde, wird immer wieder im Keim erstickt. Für die FED gibt es kein Inflationsrisiko.

Ganz nach amerikanischem Stil muss man etwas nur oft genug wiederholen, bis es geglaubt wird oder bis die Widerrede verstummt.

Bernanke will keinen Zweifel an seiner Arbeit aufkommen lassen. Und damit er auch mit dem Gelddrucken weitermachen kann, fügt er hinzu: Es gäbe leichte Verbesserungen, "modest improvement", aber eben nicht genug. Die US-Wirtschaft gebe Grund zur Hoffnung,  jedoch sei die Erholung relativ fragil, "relatively fragile recovery". Und damit keiner an einen Schwenk in der FED-Strategie denkt, fügt er hinzu, dass es noch einen ziemlich (weiten) Weg zu gehen (sein wird), bevor wir (die FED) zufrieden sind, „quite a ways to go before we will be satisfied“.

Es bleibt dabei, Bernanke hat sich seinem Lebenswerk verschrieben, er will die amerikanische Krise auf seine Weise lösen. Er will jetzt beweisen, dass sein Weg der richtige ist. Er kann also live probieren, was er sich bisher in der Theorie ausgedacht hatte. Dazu gehört das Ertränken des Marktes mit frischem Geld. Nebenwirkungen und Kollateralschäden nimmt er in Kauf. Dazu gehört auch die Inflation. Aber davon will er nicht wissen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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