Buchtipp

An der Börse soll Vieles schnell gehen, das gilt auch für den Gewinn. Man möchte lieber heute als morgen Profite einstreichen. Deshalb konzentriert sich der Anleger auch auf kurzfristige Zeiträume. Der Stundenchart oder der Tageschart sind die oft genutzten Zeitfenster. Jedoch macht es Sinn, auch mal ein paar Schritte zurückzugehen und zu sehen, wie sich der DAX über Monate entwickelt hat. Da sieht es ganz turbomäßig aus.

Der DAX steigt schon wieder, so wie all die letzten Tage und Wochen. Gefühlt kann man sagen, der DAX kennt nur eine Richtung. Nur verstehen lässt sich das Ganze für den Anleger nicht mehr. Alles um die Unternehmen herum scheint schlechter zu werden und die Aktienkurse scheint das nicht zu stören. Anleger kaufen immer weiter und lassen den DAX noch höher steigen. Je deutlicher der Anleger den Kopf schüttelt, umso sturer macht sich der Index nach Norden. Manch ein Investor ist schon am Verzweifeln.

Dabei ist der Blick auf den Monatschart ein ganz erhellender. Seit Oktober 2011 ist der DAX nur am Steigen. Das klingt erst mal unglaublich, da man an der Börse mit Aufs und Abs rechnet. Im Falle des DAX ist es eben nicht so. Der DAX steigt fast unaufhörlich. Zwischen Oktober 2011 bis Ende Dezember 2012 liegen 15 Monate. Das sind im Kerzenchart 15 Kerzen. Davon sind unglaubliche 12 positiv (der Index beendet den Monat höher, als er ihn begonnen hat) und nur 3 Kerzen negativ (der Index beendet den Monat tiefer, als er ihn begonnen hat).

In Prozenten ausgedrückt ist die Stärke des DAX noch deutlicher. Im Zeitraum der letzten 15 Monate hat der DAX 80 % positive Monate hinlegen können und nur 20 % waren schwache Monate. Das ist ein sehr deutliches Zeichen. Auch wenn die Kritik am Anstieg nicht verstummt, man muss die starke Entwicklung akzeptieren.

Noch unglaublicher ist der Blick auf die letzten 7 Monate. Das ist das Zeitfenster von Juni bis Dezember 2012. Alle Monate wurden positiv abgeschlossen. Es gibt keinen einzigen negativen Monat. Der DAX steigt und steigt und steigt.

dax-monatschart-14012013

 

Bei all der Kritik, die die Bären äußern, die Entwicklung am deutschen Aktienmarkt ist im großen Blick sehr stark. Auch wenn die Sorgen wegen der Weltwirtschaft richtig und berechtigt sind, der Chart spricht eine andere Sprache. Bei Handeln an der Börse kommt es eben darauf an, was der Chart oder was die Marktmeinung sagt und weniger auf die eigene Meinung. Wenn also Anleger und Trader Profite erwirtschaften wollen, dann, indem sie den Bullen reiten, solang er die Puste dafür hat.

Bei der Analyse des Marktes gilt es, von groß nach klein zu blicken. Der Blick aufs große Ganze zeigt manchmal mehr, als man im Tagesgeschäft erkennen kann. Das ist so, als wenn man zu nahe vor einem großen Bild steht, man überblickt nichts und verliert sich im Detail. Es hilft also, ein paar Schritte zurückzugehen.

Nach so einem langen Marsch nach Norden wird es unvermeidbar sein, dass der DAX-Bulle auch Seitenstechen bekommt und sich ausruhen muss. Die schwierige Einschätzung für jeden Investor ist nun, ob er dem großen Trend weiterhin vertraut und sich der Herde anschließt oder ob er sich eingesteht, dass es jetzt vielleicht zu spät ist. Der Markt hat die Bullenparty ohne ihn gefeiert.

Kurzfristig ist der DAX übermüdet. Die aktuelle Charteinschätzung sagt daher: Luftholen bis 7400 Punkte.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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