Indikatoren-Trading

Die Versicherer werden nicht müde, Versicherte davon abzuhalten, ihre Kapital-Lebensversicherung zu kündigen. Während man bei Aktien schlechte Investitionen abstoßen soll, soll man bei Versicherungen immer weiter dranbleiben. Vor allem soll man weiterzahlen. Was am Ende herauskommt, dass weiß niemand. Sicher ist nur, es wird immer weniger. Erneut wurde der  Garantiezins gesenkt. Besser wäre es, die Versicherungspolice abzustoßen, das wollen die Versicherungen jedoch unbedingt vermeiden.

Am Anfang ist wie immer alles schön. Hochglanzbilder und große Zahlen laden zum Träumen ein. Vor allem die Erträge, die über die Überschussbeteiligungen erwartet werden, werden als besonders großer Teil ausgewiesen. Diese locken dann den Kunden und lassen ein stolzes Ergebnis nach Ablauf der Versicherungszeit erwarten. Natürlich vergisst der Berater nicht zu erwähnen, dass die Überschussbeteiligungen leider nicht garantiert werden können und doch verfehlt die Rechnung nicht ihren psychologischen Effekt.

Der Mensch lässt sich leicht von den großen Zahlen leiten und unterschreibt seine Kapital-Lebensversicherung. Er will für das Alter und für seine Zukunft sparen. Da ist so ein Notgroschen eine sinnvolle Idee. Soweit der Plan. Doch nicht jedes Versprechen kann auch immer eingehalten werden. Das ist in der Ehe auch nicht anders. Die Versicherungen fangen seit geraumer Zeit an, reihenweise die Überschussanteile zu senken. Plötzlich kann man das Versprochene nicht mehr halten. Auch wenn es juristisch korrekt „nicht garantiert“ heißt, weiß trotzdem jeder Versicherte, womit gerechnet und was kommuniziert wurde. Jetzt reden die Versicherer nur noch von einer kleinen Überschussbeteiligung.

Der Garantiezins, der vor 20 Jahren noch bei 4 % lag, liegt heute nur noch bei 1,75 %. Das ist sehr wenig. Vor allem ist die Inflation ja schon höher, das bedeutet, dass man von Rendite gar nicht mehr reden kann, sondern von einem Verlustgeschäft reden muss. Aber darüber wollen die Versicherungen nicht reden.

Sie reden lieber davon, dass es kaum noch sichere Anlagen gibt, und sie den Garantiezins in der Zukunft gar nicht mehr erwirtschaften können, geschweige denn die versprochenen Überschussbeteiligungen. Der Grund wäre die Niedrigzinsphase, die die Zentralbanken so deutlich fahren, um die Krisenstaaten zu unterstützen. Die Versicherungen wissen also nicht, wohin mit dem Geld ihrer Versicherten. Die Anlage soll sicher und dennoch profitabel sein. Diese Kombination ist heute nur noch selten anzutreffen. Für manche deutsche Staatspapiere musste man in der Vergangenheit gar noch Geld drauflegen, denn die Zinsen können auch im Minusbereich liegen. So ist für die Versicherer kaum noch etwas zu verdienen und für den Kunden eben auch nichts mehr übrig. Lohnt sich das Ansparen in einer Kapital-Lebensversicherung überhaupt noch?

Es wäre vielleicht besser, eine Versicherung zu kündigen oder sie weiterzuverkaufen. Dann erhält man sein Geld, das um die Kosten der Versicherung gekürzt wurde wieder und kann damit sinnvolle Anlagen tätigen. Zum Beispiel in Gold und Silber investieren. Die mickrigen 1,75 % der Kapital-Lebensversicherung wird man dort über einen längeren Zeitraum auch erwirtschaften. Vor allem ist man dann nicht von der Gunst und der Zahlungsfähigkeit einer Versicherung abhängig.

Die Versicherungen hängen jedoch an jedem einzelnen Vertrag. Sie wollen die Kunden lieber weiter zahlen lassen und sie das Risiko tragen lassen, denn keiner weiss was am Ende herauskommen wird. Es kommt nicht von ungefähr, dass der größte Teil des versprochenen Zugewinns erst am Ende der Laufzeit erwirtschaftet wird. So kann man den Kunden lange bei der Stange halten. Einige Leser kennen dieses Prinzip vielleicht von den Lotteriespielen wie SKL oder NKL. Da wird das gleiche Prinzip angewandt. Es heißt: Halten Sie bis zum Ende durch, dann winken Ihnen die Millionengewinne.

Es ist immer besser von etwas Abstand zu nehmen, wenn man erkennt, dass der Plan, den man ursprünglich hatte, nicht aufgehen wird. Man wollte einzahlen, um „mehr“ herauszubekommen, das war die Absicht der Kapital-Lebensversicherung. Es ist immer besser, dem schlechten Geld (so ist der gebräuchliche Ausdruck für bereits versenktes Geld, das nun gebunden ist) kein weiteres gutes Geld hinterherzuwerfen. Vor allem ist es immer besser, weil man dann wieder Geld in den Händen hat, um in eine sinnvollere Anlage zu investieren.

Im Gegensatz zu der gängigen Meinung ist es durchaus möglich, seine Versicherung, das können auch andere als die angesprochene Kapital-Lebensversicherung sein, zu kündigen. Es ist eine Option, die viel öfter angewendet werden sollte. Denken Sie mal darüber nach.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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