Buchtipp

Viele Investoren, aber auch die normalen Bürger, fragen sich, wie es am Immobilienmarkt weiter gehen wird. Die Preise kennen nur eine Richtung, nämlich nach oben. Seit Jahren das Gleiche und kein Ende in Sicht. Sogar für kleine Schrottimmobilien müssen gesalzene Preise bezahlt werden. Das alles ist nicht mehr normal, werden viele sagen. Und wie geht es weiter? Ein guter Indikator ist das Verhältnis vom Einkommen zum Preis einer Immobilie.

Besonders in den Städten und Ballungszentren wollen Immobilienkäufer scheinbar jeden geforderten Preis bezahlen. Sogar das "Flughafen“ geplagte Berlin erfreut sich neuer Käuferschichten. Hier fließt besonders viel Kapital aus Südeuropa in den Markt. Menschen aus dem Ausland, die ihr Geld in Betongold anlegen wollen, finden in der Hauptstadt ein ansprechendes Investitionsziel. Es geht gar soweit, dass die Landesregierung einschreiten muss, indem sie Luxussanierungen untersagt, damit die Objekte nicht „zu gehoben“ werden, und die Mieten zu stark steigen.

Die Illusion: Die Banken und Immobilienmakler setzen bei dem potenziellen Käufer genau da an, wo er am wenigsten etwas entgegen bringen kann. Es werden seine Emotionen angesprochen. Man fragt: Wäre es nicht schön mit der Frau im sonnendurchfluteten Wohnzimmerzusitzen zu chillen (sitzen wäre in diesem Zusammenhang langweilig), während die Kinder im Garten spielen. Träum. Und das wäre ganz leicht möglich. Die Zinsen seien derzeit besonders günstig. Die Gunst des Moments "muss" man nutzen, so heißt es abschließend.

Der Kauf einer Immobilie hat noch weitere Vorteile. Sie bietet Schutz vor der Inflation, denn mit Betongold investiert man in einen Sachwert. Also auch der Schutzgedanke des Familienvaters ist geweckt. Wer jetzt nicht handelt, macht wohl einen Fehler, ist die unterschwellige Botschaft. Sowohl die Bank als auch der Immobilienmakler vergessen nicht zu erwähnen, dass man lieber für seinen eigenes Heim bezahlen sollte als für den Vermieter. Dagegen lässt sich schlecht etwas erwidern. Jeder möchte für sich selbst zahlen. Nur kann das auch jeder?

Hier kommt der wichtige Punkt. Jeder Käufer muss wissen, wann etwas zu teuer für ihn ist. Da helfen die besten Argumente für einen Kauf nicht. Diese mögen manchmal sinnvoll und logisch erscheinen, nur wer kein Geld hat, muss sich mit dem begnügen, was er sich leisten kann. Jaja, in unserer heutigen Zeit kommet es schlecht an, wenn man an das Zurückhalten appelliert, aber so ist es richtig.

Sie können die Preissituation am Immobilienmarkt auch aus folgender Brille betrachten. Es befinden sich über 7 Millionen Beschäftigte in gering bezahlten und oder befristen und damit unsicheren Jobs. Das sind Leiharbeiter, Zeitarbeiter, Minijobber usw. Das heißt, diese Gruppe bekommt schon einen geringen Lohn infolge ihrer Position. Das wiederum hilft den Arbeitgebern, die Löhne der normal Angestellten nach unten zu drücken. Die Reallöhne in Deutschland steigen schon lange nicht mehr. Gehaltstechnisch sieht es in der Bevölkerung schlecht aus.

Fassen wir zusammen: Auf der einen Seite stagnieren die Löhne und auf der andern Seite galoppieren die Preise für Immobilien. Die Schere öffnet sich immer weiter.

Sie brauchen sich nur irgendeinen Neubau in Stadtnähe bzw. im Ballungsraum anzusehen. Wählen Sie eine Eigentumswohnung mit z. B. drei Zimmern und 100qm. Diese kostet schnell 299.000 Euro. Und da sind noch gar keine Zinsen draufgerechnet. Das ist schlichtweg zu teuer, weil der Verdienst eines normalen Bürgers in gar keinem Verhältnis dazu steht.

Mit dem Gehalt sollen der Lebensunterhalt und dann noch die Rate für die Immobilie plus das Hausgeld hingeblättert werden. Sie merken schon, der normale Bürger kann sich die aktuellen Preise gar nicht leisten. Das Verhältnis zum eigenen Portemonnaie ist die wichtigste Kennzahl. Wenn die Differenz zwischen Wunsch und Realität so weit auseinandergeht wie derzeit, dann muss man vom Kauf Abstand nehmen.

Warum steigen die Preise dennoch? Weil es immer noch Menschen gibt, die auf diesen Traum (Traumhaus kommt auch daher) hereinfallen. Sie leihen sich das Geld. Nur weil die Zinsen günstig sind, ist das jedoch noch kein Kaufgrund.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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