Buchtipp

So schnell kann es gehen. Noch vor kurzer Zeit begann das Jahr 2012 und nun ist es schon zu Ende. Für die meisten von uns dominierte die Normalität. Die Wirtschaft hielt die Konjunktur am Laufen, der Aktienmarkt gab den Anlegern Grund zur Freude und Europa ist nicht auseinandergebrochen. Jetzt stehen wir am Anfang des neuen Jahres 2013 und wieder sammeln sich Vorhersagen über das, was uns zu erwarten hat. Dabei geht das Spektrum weit auseinander, denn die Meinungen sind sehr verschieden. Man weiß eben, dass man nichts weiß.

Besonders die Konjunktur bzw. die Erwartungen über die wirtschaftliche Zukunft spielt dieses Jahr eine Hauptrolle. Noch bis zum Herbst dieses Jahres waren die Zukunftsdeuter sich einig, dass es weniger Wachstum in Deutschland geben wird. Reihenweise hat man daraufhin Prognosen angepasst. Doch plötzlich zum Weihnachtsgeschäft drehte die Stimmung. Plötzlich stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex und erhellte die Meinung all derer, die Licht in der konjunkturellen Zukunft gesucht haben.

Das fühlt sich ein wenig nach positiver Meinungsmache an. Sie kennen das bestimmt vom Einzelhandel und dem Weihnachtsgeschäft. Pünktlich zum ersten Advent häufen sich jedes Jahr all die positiven Meldungen über das zu erwartende Weihnachtsgeschäft. Der Einzelhandel würde Rekordumsätze erwarten, die Konsumenten würden dieses Jahr mehr Geld ausgeben wollen und was noch alles schöngeredet wird. Am Ende erfüllt sich gar keine der vielen Hoffnungen. Die Umsätze bleiben schwach. Das waren sie auch die Jahre zuvor. Doch das tut der "Strategie", die Menschen zum Kauf zu animieren, keinen Abbruch.

Animiert werden auch die vielen Anleger an der Börse. Kaum eine Zeitung und kaum eine Nachricht über den Aktienmarkt lässt es nicht aus, zum Einstieg zu klingeln. Aktien böten Superchancen, sie wären zudem eine gute Krisenanlage, Aktien seien nicht zu teuer und wer Rendite erwirtschaften will, der kommt in Zeiten mickriger Zinsen nicht an einem Aktieninvestement vorbei, so lauten die immer gleichen Meldungen zum Aktienmarkt. Deutsche sollen Aktien kaufen, hieß es in einem früheren Artikel von uns, der dieses Animiergehabe schon mal beleuchtet hat. Es werden Hoffnungen geweckt.

Bei soviel positiver verbreiteter Laune kann das neue Jahr nur kommen. Es scheint, in der Zukunft werde alles wunderbar. Von bangen Gedanken ist nichts mehr zu hören und zu lesen. Ist Ihnen das auch aufgefallen? Zum Jahresende gibt es keine schlechten Meldungen mehr von der Euro-, Schulden- oder Finanzkrise. Die Krise ist wie weggewischt. Das sollte zur Sorge mahnen. Ist das Ausblenden von negativen Nachrichten ein Teil der vermeintlichen Propaganda?

Für das nächste Jahr sollen die Unternehmen viel zu tun haben, heißt es gelegentlich. Das passt nicht dazu, dass viele Unternehmen bereits Sparprogramme fahren und weitere Maßnahmen zwecks Kürzung der Ausgaben geplant haben. Soll man nun den Umfragen der Institute Glauben schenken oder das glauben, was das Auge sieht? Eben dass die Unternehmen von einer Ausweitung der Schuldenkrise im nächsten Jahr ausgehen und soweit wie möglich Vorsorge treffen. Glauben Sie lieber den Unternehmen als irgendwelchen Statistiken.

Verlässliche messbare Prognosen für das ganze Jahr 2013 sind kaum möglich. Genauso wie sie für all die Jahre zuvor nicht möglich waren. Am Anfang des Jahres lauscht man den Worten und Zahlen der Experten, welche sich am Ende des Jahres als unrichtig herausstellen. Das hält die meisten Menschen und die Medien aber nicht davon ab, auch im nächsten Jahr wieder auf neue Zukunftsprognosen Wert zu legen.

Der Mensch ist eben ein Gesellschaftstier. Er hofft und bangt, wie alle es machen. Er lässt sich führen und (ver)leiten. Dabei will er sein eigenes Hirn nicht überanstrengen. Doch genau darauf kommt es an. Jeder muss sich seine eigene Meinung bilden. Unser Wunsch für das neue Jahr ist, dass die Bürger sich vermehrt auf ihren gesunden Menschenverstand verlassen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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